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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
Helden der Rechtschreibung
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Sigmar Salzburg
16.01.2020 07.59
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Einer der „Helden“ des Reform-Widerstandes

Theodor Ickler erwähnt bei sprachforschung.org am 13.01.2020 Prof. em. Thomas Anz:

Reich-Ranicki lehnte die Rechtschreibreform ab, sein Nachlaßverwalter Thomas Anz stellte „Meine Geschichte der deutschen Literatur“ (3. Aufl. München, DVA [Random House] 2014) trotzdem um. „Die Fassungen aus den Druckvorlagen wurden, mit Ausnahme von Zitaten, gegenwärtig geltenden Regeln der Rechtschreibung angeglichen.“ (S. 556) Also: Er warb um sie aufs Leidenschaftlichste, ohne je zu vergessen, sie aufs Nachdrücklichste zu warnen. (S. 274) Ein Jahr zuvor war das sinnvollerweise noch klein geschrieben. Thomas Anz, zeitweise Vorsitzender des Germanistenverbandes, ist ein exemplarischer Fall. Er hatte auch die Erklärung der Professoren gegen die Rechtschreibreform unterschrieben. Seine eigenen Bücher erscheinen z. B. bei C. H. Beck unreformiert...
Rot durch mich. Wenn Bertelsmann & Co. befehlen, dann müssen selbstredend alle folgen. In meinem Schreiben an die bislang „reformmäßig“ dummdreisteste Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes hatte ich die Gegnerschaft Reich-Ranickis ebenfalls erwähnt.

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Bernd Zielke
08.07.2010 07.55
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aussergewöhnlich, ausgezeichnet, hervorragend, vortrefflich ...

.

Ist etwas nun 'Spitze' oder 'spitze'?

Die Frage führt ins Leere, weil Umgangssprachen nicht standardisiert sind; das heisst, es gibt hier nicht ein 'Richtig' oder ein 'Falsch'.

Standarddeutsche Synonyme sind etwa die Adjektive/Adverbien: aussergewöhnlich, ausgezeichnet, hervorragend, vortrefflich ...

Mehr:
http://www.woerterbuch.info/?query=ausgezeichnet&s=thesaurus&l=it

.

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Theodor Ickler
23.11.2004 09.26
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Spitze Anwohner

So sind die Thüringer mit über 35 Patentanmeldungen auf 100.000 Anwohner (?) spitze im ostdeutschen Vergleich.
(Anzeige des Landes Thüringen in der FAZ vom 22.11.04)

Das amtl. Wvz. kennt nur das ist Spitze.

Spitze, die; –, -n; jmd. oder etw. ist Spitze, das finde ich Spitze (ugs.); vgl. spitze (Duden 2004)
spitze (ugs. für hervorragend); ein spitze Auto; er hat spitze gespielt; vgl. Spitze (Duden 2004)

Widersprüchliches dazu im Universalwörterbuch:

spitze [zu Spitze (5 b)] (ugs.): großartig, hervorragend u. deshalb Begeisterung, begeisterte Bewunderung o. Ä. hervorrufend, erstklassig: ein s. Film; ihre Leistung ist einfach s.; er kann s. kochen; ja, s. hast du das gemacht! (Duden – Deutsches Universalwörterbuch 2001)
Spitze, die (...)
5 b) (ugs.) höchste Güte, Qualität (in Bezug auf besonders hervorragende, Begeisterung od. Bewunderung hervorrufende Leistungen): die Musik, die Mannschaft ist [absolute, einsame] S.; im Telefonieren sind wir S.; ich finde es S., dass du kommst. (Duden – Deutsches Universalwörterbuch 2001)


Spitze f.11; das ist Spitze (Bertelsmann: Die dt. Rechtschreibung 2001)

Seltam auch, daß alle anderen Bundesländer Einwohner haben, nur Thüringen hat Anwohner. Oder sollten tatsächlich die Nachbarn Thüringens gemeint sein?









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Th. Ickler

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Theodor Ickler
23.11.2004 09.20
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Bund Naturschutz

IGEL (Zs. der Jugendorganisation Bund Naturschutz) 3/2004:
„Keine Ahnung.“, gebe ich unumwunden zu. (...) Dort oben ist eine Spechthöhle, in der sich auch schon ein Kauz niedergelassen hat.“, meint der Förster.

Das ist eine verzwickte Übergeneralisierung der neuen Zeichensetzung. Wenn der Punkt ein „Satzschlußzeichen“ nach Aussagen wäre, müßte man diese Schreibweise in der Tat erwarten. Wie schon im alten Duden wird der Wegfall des Punktes als Ausnahme gelehrt. In meinen Regeln und anderswo habe ich gezeigt, daß das ein Mißverständnis ist. Dadurch vereinfacht sich dieses Kapitel der Zeichensetzung, während die Neuregelung es noch schwieriger gemacht hat.

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Th. Ickler

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Ulrich Morgenstern
21.11.2004 10.52
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Fisch gross gebraten?

Seit Wochen läuft bei uns der amerikanische Animationsfilm „Shark Tale“ unter der Bezeichnung „Grosse Haie – Kleine Fische“.
Wann hat es das schon einmal gegeben, daß in Filmtiteln Rechtschreibfehler unbemerkt bleiben? Wenn man überlegt, welche Heerscharen von Werbe- und PR-Fachleuten normalerweise an einem solchen Filmplakat mitarbeiten, bevor es hunderttausendfach gedruckt wird ...
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Ulrich Morgenstern

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Fritz Koch
08.11.2004 19.59
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"Die kritische Intelligenz" wird jetzt als Staatsfeind

betrachtet, jedenfalls von Herrn Müntefering. In ihr entsteht eine „Neue Klasse“, die der unabhängigen Denker, die sich auch noch auf Artikel 5 des Grundgesetzes, die Meinungsfreiheit, berufen. In allen totalitären Staaten in West und Ost ist die „Intelligenzija“, die Gruppe der freien Schriftsteller, der Staatsfeind Nummer eins, weil sie sich der Staatsmacht nicht untertänig unterwirft.

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Heinz Erich Stiene
08.11.2004 11.08
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Haßtiraden gegen geistige Größen

„Coffinhals Bemerkung über Lavoisier, als er ihn zum Schafott führte, 'la République n'a pas besoin de savants', ist die Devise aller Bildungsrevolutionäre geblieben.“ (Johannes Gross, Notizbuch, Stuttgart 1985, S. 261)
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Heinz Erich Stiene

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Karin Pfeiffer-Stolz
08.11.2004 06.43
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Begleitschaden

Liebe Frau Morin, ich befürchte, daß die Reformer dieses zwar nicht wissentlich angestrebt hatten, es jedoch als Begleitschaden einkalkulierten: Wir wissen ja, es gibt keinen Vorteil ohne Nachteil. Die Reformer waren, zumindest sehe ich es persönlich so, getrieben von einem krankhaften Wahn, sich gegen das „Establishment“ wehren zu müssen, unter dessen Forderungen sie als Kinder und Jugendliche anscheinend gelitten hatten. Das ist ihnen geglückt, vorläufig. Die Haßtiraden gegen Schriftsteller und andere geistige Größen zeigen ja unverhüllt, wem diese Aktion in Wahrheit gegolten hat. Inhaltlich hat man sich darauf konzentriert, Begriffe zu verstümmeln und zu verändern, die eher zum Wortschatz von gebildeten Erwachsenen gehören, nicht von Kindern. Verwirrung also war zu stiften im gesamten Sprachgebäude, unter allen Sprachbenutzern, vorrangig unter jenen, denen Sprache wichtig ist und die gut damit umgehen können. Eine Art Spitzbubenstreich und späte Rache von ehemals sich gedemütigt fühlenden Rebellen.

Wer oder was dabei auf der Strecke bleiben würde, war in diesem Zusammenhang nebensächlich und wurde m.E. auch bewußt in Kauf genommen. Waren die Schüler doch nur Vorwand, und ihre Instrumentalisierung nichts als ein strategischer Winkelzug. In Wahrheit interessierte sich keiner der Reformer für das Wohl der nachfolgenden Generation. Ich will meiner vorsichtigen Hoffnung Ausdruck verleihen: Die von Ihnen, liebe Frau Morin, zitierten negativen Folgen der Reform werden als Kontur aus dem Nebel auftauchen und damit erst dann bewußt wahrgenommen, sobald sich der Pulverdampf des „Rechtschreibklassenkampfes“ verzogen haben wird.
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Karin Pfeiffer-Stolz

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Ursula Morin
07.11.2004 23.46
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Das Machtinstrument

Erklärtes Ziel der Reformer war es ja, die Rechtschreibung als „Herrschaftsinstrument der Bildungsbürger“ deren Händen zu entreißen. Das scheint geglückt zu sein.

Eine traurige Nebenwirkung dieses Vorgangs ist es, daß man nunmehr in Deutschland das Bildungsniveau in weit größerem Umfang als zuvor an der Rechtschreibung erkennen kann. Bald wird man es wohl auch an der Aussprache erkennen, dann haben wir endlich englische Zustände. Neulich habe ich bei John le Carré gelesen „we Englishmen are branded by our tongue“ ....

Aber war es wirklich das, was die Reformer gewollt haben?

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Theodor Ickler
07.11.2004 09.05
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Hypatia

http://www.frauen-informatik-geschichte.de/web/index.php?id=24

Unter dieser Adresse verbreitet das Bundesfamilienministerium eine verdienstvolle Erinnerung an die spätantike, von christlichen Fundamentalisten ermordete Mathematikerin Hypatia. Alles in Neuschrieb, aber nur sogenannte und auseinandersetzen.
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Th. Ickler

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Sigmar Salzburg
14.10.2004 12.17
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Schröder

Aus dem SPIEGEL v. 11.10.04:

Letzte Chance

… Der deutsche Bundeskanzler, den im fernen Hanoi die Nachricht von der Einsetzung des Sprachrats ereilte, gab sich entspannt. Gerhard Schröder ist zwar kein Freund der auch von ihm als merkwürdig empfundenen Neuerungen, akzeptiert sie aber notgedrungen, weil sie mittlerweile an den Schulen gelehrt werden. Allerdings tue er sich mit jeder Form von Rechtschreibung schwer, gab er bereitwillig zu. Er diktiere eben schon zu lange fast alle Texte. Als Ministerpräsident von Niedersachsen hatte er Autogrammkarten mit den Worten „Frohe Weinachten" verteilt, was ihm umgehend ein Kooperationsangebot des Legastheniker-Verbands einbrachte.
Am vergangenen Donnerstag, beim Eintrag in das Gästebuch der Gedenkstätte für Mahatma Gandhi in Neu-Delhi, erging es ihm nicht viel besser. Er verewigte sich mit einem Hermann-Hesse-Zitat, leichte Unsicherheiten bei der Groß- und Kleinschreibung sowie das scharfe „ß" der alten Rechtschreibung inklusive: „Damit das mögliche entsteht, muß immer wieder das unmögliche versucht werden."


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Sigmar Salzburg

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Christoph Kukulies
12.10.2004 11.20
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Fundsache: strafbewährt (!)

Beim Lesen eines Artikel auf der Seite von Heise-Online fand ich gerade:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/52048

Dann mal unten den ersten Kommentar lesen:
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=6648607&forum_id=66978

(Fehler in der Originalnachricht wurde inzwischen verbessert)

Heise Verlag ist übrigens notorischer Neuschriebler. Platzieren usw.
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Christoph Kukulies

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Theodor Ickler
10.10.2004 04.57
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Graeca sunt

Im neuesten Heft seiner Zeitschrift druckt der Stifterverband einen Aufsatz aus archäologischer Feder und trennt: Peris-tyl. Dem Duden gefällt so etwas, aber der gelehrte Verfasser muß sich veralbert vorkommen. Leider fehlt heute weithin der Sinn für das Monströse dieser Sprachverhunzung.
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Th. Ickler

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Theodor Ickler
10.10.2004 04.51
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U-Bahn fahren

Wie kommt man in Berlin zum Verlagshaus de Gruyter? Man steigt in der Kurfürstenstraße in die U-Bahn und in der Genthiner Strasse wieder aus. (Homepage) – So sind denn auch die reformiert gedruckten Bücher des bedeutenden Wissenschaftsverlags.
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Th. Ickler

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Theodor Ickler
05.08.2004 16.56
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Noch im Tode veralbert

Der Dresdner Oberbürgermeister und die Philharmonie ehren ihren verstorbenen Intendanten mit einer Todesanzeige in neuer Rechtschreibung (FAZ 5.8.04). Auszug:

Das dies so ist, verdanken wir ...
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Th. Ickler

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