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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
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Sigmar Salzburg
09.08.2019 08.22
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Heinrich Detering

Was heißt hier »wir«?
Zur Rhetorik der parlamentarischen Rechten


Reclam Verlag, Stuttgart 2019
ISBN 9783150196199
Kartoniert, 60 Seiten, 6,00 EUR

Klappentext
Am 23. November 2018 hielt Heinrich Detering eine aufsehenerregende Rede über die Rhetorik der parlamentarischen Rechten, deren erweiterte Fassung hier vorliegt. Mit literaturwissenschaftlicher Präzision zeigt Detering, wie der Anspruch, im Namen „des Volkes“ zu sprechen, in totalitäre Ermächtigungsvorstellungen führt. ...

Rechtschreibung: 40 Seiten reiner Detering-Text (ohne Nachwort und Literaturangaben), etwa 7500 Wörter – „Reform“: 44 Prozent nichtsnutzige „dass“, 56 Prozent sonstige „Erleichterungs-ss“; „im Nachhinein“, die „als Erste“ ihre Heimat verlieren; traditionelle Schreibungen: von neuem, standhalten; in Zitaten vereinzelte traditionelle ß.

Detering hatte seinerzeit noch die Gemeinsame Erklärung von 700 Professoren und Professorinnen der Sprach- und Literaturwissenschaft gegen die „Rechtschreibreform“ unterschrieben, ist dann aber doch karrierebedingt zu Kreuze gekrochen:

Nach Ansicht ihres neuen Präsidenten Heinrich Detering soll sich die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Zukunft einem breiteren Publikum öffnen. Es sei „sehr schade“, dass die Akademie in den vergangenen Jahren vor allem als Mitstreiterin in Fragen der Rechtschreibreform öffentlich wahrgenommen wurde, sagte Detering. "Das kann nicht alles sein." hier
In seinem Bändchen verwischt Detering bewußt den Unterschied zwischen politischer Kampfrede und schöngeistiger Erbauungsliteratur, um im Kampf gegen „Rechts“ mitschwimmen zu können. Die Ausgabe als Reclambändchen läßt vermuten, daß auch an die Indoktrination von Schülern gedacht ist.

Schon der Titel zeigt unlautere Absichten. „Was heißt hier »wir«?“ Das soll andeuten, daß die „Alternative für Deutschland (AfD)“, gegen die es ausschließlich geht, nur mit 12 Prozent der Wählerstimmen im Bundestag sitzt, also nicht berechtigt sei, für das Volk zu sprechen.

Tatsache aber ist, daß sich gleich nach der Wiedervereinigung in einer Allensbach-Umfrage 65 Prozent der befragten Deutschen gegen eine Masseneinwanderung ausgesprochen haben, wie noch 2000 Edmund Stoiber (CSU) – und wie wichtige Mitglieder der CDU noch heute, z.B. der Ex-Verfassungsschutzpräsident Maaßen.

Diese seither mißachtete Mehrheit sind „Wir“. Die laufende Umerziehung und Umvolkung hat gegen den ursprünglichen Volkswillen die Mehrheitsverhältnisse geändert. Aber noch 2017 stellte die Özoguz/FES-Kommission fest:
„Es gibt offenkundig keine klare Akzeptanz sowohl von Einwanderung als auch von Vielfalt“.
Am Ende des Deteringschen Buches steht der Satz:
Gaulands Sprache ist hier wahrhaftig nicht die Sprache Goethes und Fontanes. Sie ist bloß der schlecht verkleidete Jargon von Gangstern
Der feinsinnige Demagoge Detering verkennt bewußt, daß Politiker im Angesicht eines Notstandes zu schlagkräftigeren Worten greifen müssen als deutsche Dichter.

Alexander Gauland hatte auf das Wort der SPD-Staatsministerin mit deutschem und türkischem Paß, es gebe außerhalb der Sprache keine deutsche Kultur, mit dem Wunsch reagiert, sie nach Anatolien „zu entsorgen“. (Dazu dieser Text).

Özoguz und ihre SPD wollten auch den Satz
„Die Bundesrepublik ist ein vielfältiges Einwanderungsland“ ins Grundgesetz schleusen – ein übles Ansinnen, denn jeder, der das ablehnt, wäre dann zwangsläufig ein Verfassungfeind geworden.

Auf Seite 22 verdreht Detering in seiner „Expertise“ Gaulands (überflüssige) Bemerkung, daß die Deutschen stolz auf die Leistungen der Wehrmacht sein könnten und fälscht in sein eigenes Gedankenexperiment etwas hinein, was Gauland bewußt ausgeklammert hat:
„wenn auf der einen Seite die britische Armee im Zweiten Weltkrieg stünde und auf der anderen die deutsche Wehrmacht; dann würde sie besagen, dass die Leistungen in der Niederschlagung des Nationalsozialismus ebenso bewunderungswürdig seien wie die Taten der Kämpfer für den Nationalsozialismus selbst...
Die meisten Soldaten haben nicht „für den Nationalsozialismus“ gekämpft, sondern gekämpft, weil sie zwangsweise eingezogen wurden, wie mein Vater, der dabei umgekommen ist. Vielleicht haben sie zum Schluß noch dafür gekämpft, daß nicht 12 Millionen Deutsche von ihrer Heimat „befreit“ werden (S.25). Gauland hatte ausdrücklich den Namen Hitler ausgespart, aber Detering möchte unbedingt noch eine Perfidie loswerden:
Oder ... es stünde, falls es beim Vergleich historischer Personen bleiben sollte, auf der einen Seite der Oberbefehlshaber Winston Churchill und auf der anderen Seite Adolf Hitler. (Nebenbei bemerkt: AfD-Kritikern wird manchmal vorgeworfen, zu rasch mit Begriffen wie Faschismus oder Nazis bei der Hand zu sein. Ich möchte gern dagegenfragen: Wo sollte man diese Begriffe bei der Hand haben, wenn nicht hier?)
Nazi“ – das ist seit 1945 die schlimmste denkbare Beleidigung. Sie heißt übersetzt: „Rechtfertiger nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und Massenmorde – Befürworter desgleichen für die Zukunft“. Leider ist sie im Gegensatz zum schlichten „Arschloch“ bisher nicht strafbar. Der linken Mafia ist gelungen, das Wort durch inflationären Gebrauch zu einer bloßen, beliebig berechtigten Meinung herabzustufen, wobei auch der Unterschied zwischen Nationalist und Nationalsozialist verwischt wird.

Die übrigen Einlassungen Deterings zu Höcke usw. kann man übergehen. Sie sind hier und da schon genügend widerlegt worden; siehe auch Vogelschiß.

Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß Detering als literaturwissenschaftlicher „Christian Wulff“ im Schafspelz versucht, die Deutschen mit dem Islam zu versöhnen (S. 44), indem er auf Goethes romantische Aneignung der mohammedanischen Gottesphantasien und seine arabischen Schreibversuche der letzten 114. Sure des Korans hinweist, die durch Kürze und Unklarheit Tiefsinn vortäuscht.


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Sigmar Salzburg
03.08.2019 04.38
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Glen W. Bowersock

Die Wiege des Islam.
Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen.

Aus dem Englischen von Rita Seuss.
Verlag C. H. Beck, München 2019.
160 S., 2 Karten, 5 Abbildungen, 22 Euro
ISBN 978-3-406-73401-4

Titel der englischen Originalausgabe: «The Crucible of Islam» Zuerst erschienen 2017 bei Harvard University Press, Cambridge, MA, und London Die Arbeit der Übersetzerin an diesem Buch wurde vom Deutschen Übersetzerfonds gefördert...
(...weswegen wohl auch alle Albernheiten der Rechtschreib„reform“ beachtet werden mußten.)

Leseprobe

Prolog
Die Religion, in deren Namen die arabischen Heere in der ersten Hälfte des siebten Jahrhunderts die Arabische Halbinsel verließen und binnen weniger Jahrzehnte Palästina, Nordafrika und Syrien eroberten, ist bis heute eine starke Kraft in der Weltpolitik. Woher diese Kraft kam, liegt heute genauso im Dunkeln wie damals, und der tendenziöse Charakter der meisten Quellen, die über diesen großen Umbruch berichten, war für Historiker ebenso hinderlich wie ihre eigenen Vorurteile. [...]

Drei neuere Bücher veranschaulichen das Dilemma, mit dem jeder konfrontiert ist, der sich mit dem Schmelztiegel beschäftigt, in dem der Islam geformt wurde. Auch wenn kaum ein Zweifel daran besteht, dass dieser Schmelztiegel im Nordwesten der Arabischen Halbinsel lag, trugen Kontakte zwischen dieser Region und den benachbarten Kulturen Palästinas, Himyars, Äthiopiens und Persiens unweigerlich dazu bei, ein explosives Gemisch zu schaffen. Dasselbe gilt für die Traditionen des Polytheismus, der hier seit Langem heimisch war, aber auch für die jüdischen und christlichen Gemeinden jüngeren Datums, deren Entwicklung von Feindseligkeit und blutiger Gewalt geprägt war. [...]

Donners Lesern ist schnell aufgefallen, dass seine Darstellung der islamischen Ursprünge eine erste Generation von Muslimen porträtiert, die weit weniger bedrohlich wirken, als es den Juden und Christen jener Zeit und den meisten Historikern seither erschien. Dabei übersieht er keineswegs die zahlreichen Zwistigkeiten und blutigen Ausei-

10 prolog
nandersetzungen der Gläubigen mit Anhängern anderer Religionen, aber auch mit vielen aus ihren eigenen Reihen. [...] Dies hat in vorbildlicher Weise Maria Conterno in ihrer Analyse der Quellen getan, die Theophanes’ Darstellung der beiden Jahrhunderte vor seiner Zeit zugrunde lagen. Die bei Weitem umfangreichste, gründlichste und am sorgfältigsten dokumentierte Darstellung der Anfangsjahre des Islams ist das dritte der jüngst erschienenen Bücher. Aziz al-Azmehs The Emergence of Islam in Late Antiquity hat aufgrund seines immensen Umfangs und seiner Tiefe in der modernen Forschung nicht seinesgleichen.

Beck Leseprobe

Aus der Besprechung in der NZZ:

Der Rückzug der arabischen Götter – wie ist der Islam entstanden?
Lange verehrte die Bevölkerung auf der Arabischen Halbinsel mehr als einen Gott. Der Historiker Glen W. Bowersock untersucht, wie sich dort der Monotheismus durchsetzen konnte – und warum sich ausgerechnet Mohammeds Glaubenslehre verbreitete.

Philipp Hufschmid

Die Muslime bezeichnen den Zustand vor der Verbreitung des Islam als Jahiliya – die Zeit der Unwissenheit. Und auch aus Sicht von Archäologen und Historikern hat diese Bezeichnung einiges für sich, ist doch über die Spätantike auf der Arabischen Halbinsel vergleichsweise wenig bekannt. Zwar konnten seit der Jahrtausendwende dank Ausgrabungen und neu entdeckten schriftlichen Zeugnissen einige Wissenslücken geschlossen werden. Doch sind viele Fragen zur Zeit vor der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im Jahr 622 unserer Zeitrechnung offen.

In seinem Buch «Die Wiege des Islam» sucht der renommierte Historiker Glen W. Bowersock nach Antworten. Der emeritierte Professor für Alte Geschichte am Institute for Advanced Study in Princeton will «einen Einblick in das chaotische Umfeld» geben, das den Islam möglich machte, und zu «einem besseren Verständnis seiner Entstehung beitragen».
[...]
Bowersocks Buch liefert einen ausgezeichneten Überblick über die Zeit, die zur Wiege des Islam wurde. Und er zeigt die beachtlichen neuen Erkenntnisse, die dank den in den vergangenen Jahren entdeckten Quellen gewonnen wurden. Diese Fortschritte lassen hoffen, dass das Wissen über die Arabische Halbinsel in der Spätantike weiter zunehmen wird.

nzz.ch 27.7.2019

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Sigmar Salzburg
30.06.2019 07.38
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JÜRGEN KAUBE

Ist die Schule zu blöd
für unsere Kinder?


ROWOHLT · BERLIN
1. Auflage Juni 2019, 22 €
Copyright © 2019 by Rowohlt · Berlin Verlag GmbH, Berlin
ISBN 978 3 7371 0053 3

Klappentext
Jürgen Kaube ist Herausgeber und Bildungsexperte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ – und Vater von zwei Töchtern. Aus dieser doppelten Erfahrung heraus formuliert er eine provokante These: Die Schule, wie sie jetzt ist, ist eine Fehlkonstruktion. Sie bringt den Kindern oft nur bei, was diese weder brauchen noch verstehen – und zuverlässig fast komplett wieder vergessen. Schlimmer noch: Die Schule reagiert dabei viel zu stark auf immer neue Anforderungen, die von außen an sie gestellt werden. Die Digitalisierung des Klassenzimmers ist genauso Unsinn, wie es die Rechtschreibreform oder das Sprachlabor waren. Was jetzt gebraucht wird, sagt Kaube, ist eine Reduktion auf das Wesentliche: Kinder sollen denken lernen, darum und nur darum geht es in der Schule. Heute bringt sie ihnen vor allem bei, was leicht abgefragt werden kann. Und das ist das genaue Gegenteil von denken lernen, Urteilskraft und Weltverständnis. Daraus leitet Kaube ebenso klare wie unbequeme Forderungen ab, die die Bildung unserer Kinder von unsinnigen Zwängen befreien. Ein Plädoyer für eine Schule, die wirklich schlau macht.

Leseprobe (das erste Kapitel):
https://www.rowohlt.de/download/file/row_upload/4651471/LP_978-3-7371-0053-3.pdf

(Fett redaktionell)

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Sigmar Salzburg
04.05.2019 17.04
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Aus einem Interview mit Günter Kunert

Seit 40 Jahren lebt der Schriftsteller und Maler Günter Kunert nach seiner Ausreise aus der DDR im 78-Seelen-Ort Kaisborstel bei Itzehoe, abgelegen am Feldrand in der ehemaligen Schule. Seinen DDR-Roman „Die zweite Frau“ von 1976 hat der Schriftsteller, der am 6. März 90 Jahre alt [wurde], vor drei Jahren zufällig im Keller wiedergefunden. Ein Gespräch über das Leben in Ost-Berlin, die Biermann-Resolution und ein Essen mit Günter Grass...

Was hat Sie dann aufs Dorf nach Schleswig-Holstein verschlagen?

Ich wollte in den Norden, ich bin kein Bergfreund. Ein Hamburger Freund hatte ein Haus bei Itzehoe gemietet, dann haben wir die ehemalige Schule gekauft. Die Kisten kamen erst mal in den Keller, ich hab die auch gar nicht mehr angerührt.

Sie haben auch nie an den Roman gedacht?

Nein, wirklich nicht. ... Er sah furchtbar aus. Mit Maschine geschrieben und ganz viel reingekritzelt. Ich habe ihn zum Abschreiben gegeben und war neugierig, ob er was taugt. Dann habe ich drin geblättert und fand es von der Zeit nicht zernagt und vielleicht ganz interessant. Der Hanser-Verlag wollte den Roman nicht drucken. Dann habe ich ihn zu Wallstein gegeben, zwei Tage später hatte ich den Vertrag.

Haben Sie etwas geändert?

Kein einziges Wort. Auch der Titel ist geblieben.

[Aber leider nicht die Rechtschreibung. 2006 hatte er noch eine Resolution gegen die „Reform“ unterschrieben. Günter Grass hat an anderer Stelle ebenfalls unterschrieben, aber auch verfügt, daß seine Werke nie verändert werden dürfen. – Kunert hat noch andere Erinnerungen an Grass:]

Günter Grass hat sich ja gegen eine Wiedervereinigung positioniert.

Grass war im Grunde ein realitätsblinder Mann. Wir haben uns zwar öfter gegenseitig besucht, bis zum Mauerfall. Ich habe mich gefreut, er überhaupt nicht. Das war der Bruch in unserer Beziehung, von da an war ich sein Feind. Wir haben kein Wort mehr miteinander gesprochen.

Sie kannten sich ja schon seit Ostzeiten.

Es gab ja in Ostberlin einen kleinen Klub von Schriftstellern, wir lasen uns gegenseitig Manuskripte vor. Grass kam auch öfter dazu.

Wie haben Sie ihn damals erlebt?

Sehr eitel. Eine Diva ist nichts dagegen. Einmal wollte er unbedingt Kutteln kochen. Die gab’s ja gar nicht in der DDR. Aber als ich dann zum Schlachter ging, hingen da plötzlich Kutteln, das ist der Magen von Wiederkäuern. Also war man vorher bestens informiert. Die sahen ekelhaft aus, wie so ’ne poröse Haut. Meine Frau hatte vorher vorsichtshalber noch eine Gulaschsuppe gekocht. Grass kam in die Küche, sah die andere Suppe und beschwerte sich: „Dann bin ich hier ja völlig überflüssig.“ Er hat die Kutteln dann gekocht und alle mussten probieren. Die Gesichter! Dieses schuhso[h]lenartige Zeug schmeckte überhaupt nicht.

Und keiner hat sich getraut, das abzulehnen?

Natürlich nicht. Und dann kam meine Frau mit der Gulaschsuppe und die Begeisterung war groß. Nur er war den ganzen Abend gekränkt.

goettinger-tageblatt.de 5.3.2019

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Sigmar Salzburg
23.11.2018 14.02
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Richard Dawkins

Forscher aus Leidenschaft
Gedanken eines Vernunftmenschen

Ullstein Verlag Berlin, 2018, 524 S.,
ISBN 978-3-550-05026-8, 26,00 Euro

Die Orignalausgabe erschien 2017 unter dem Titel
Science in the Soul. Selected Writings of a Passionate Rationalist
Bei Penguin House, New York


Aus der Leseprobe ...

Allgemein herrscht die Vorstellung, Physiker würden sich häufiger selbst als religiös bezeichnen als Biologen. Dafür gibt es sogar statistische Belege von den Mitgliedern der Londoner Royal Society und der US-amerikanischen National Academy of Sciences. Wenn man bei solchen Elitewissenschaftlern genauer nachfragt, so stellt man fest, dass selbst die zehn Prozent, die sich zu irgendeiner Form von Religiosität bekennen, in den meisten Fällen nicht an Übernatürliches glauben: Es gibt für sie keinen Gott, keinen Schöpfer, kein Streben nach einem Jenseits...

Rezension beim hpd 22.11.2018

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Sigmar Salzburg
01.09.2018 05.30
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Thilo Sarrazin

Feindliche Übernahme
Wie der Islam den Fortschritt behindert
und die Gesellschaft bedroht

FBV, München 2018,
496 S. 24,99 €

Erwartungsgemäß wird das Buch in den einschlägigen multikultursüchtigen Medien zerrissen – zunächst wegen nichtiger sachlicher Fehler. Die sind sicher dem überhasteten Lektorat geschuldet, nötig nach der vertragswidrigen Weigerung von Bertelsmann, das Werk zu drucken und nach dem Umstieg auf den sicher weniger kompetenten FinanzBuch Verlag.

Eine Sonja Zekri von Heribert Prantls Alpen-Prawda findet Rechtschreibfehler: „djimmi“ statt „dhimmi“, die Transkription des stimmhaften arabischen Ti-Ejtsch, für „Schutzbefohlene“, eine euphemistische Übersetzung für geduldete, zwangsabgabenverpflichtete Andersgläubige.

Die islamnahe Islamwissenschaftlerin Johanna Pink ist entsetzt (zeit.de), daß in dem Buch von 113 Koransuren gesprochen wird, wo es doch 114 sind. Darüberhinaus habe Sarrazin die Vielfalt der islamischen Strömungen nicht beachtet. Den Vorwurf literaturfeindlicher Abschottung der Geschlechter will sie mit Verweis auf den (leicht pornographischen) Originaltext von „Tausendundeine Nacht“ entkräften. Das aber ist über tausend Jahre her und stammt eher aus dem persischen Raum.

Vielleicht ist es ein wirklicher Mangel, wenn Sarrazin die Qualitäten der einstigen Baukunst und Wissenschaft unter dem Islam nicht erkennt. Aber die sind lange vorbei. Nichts davon kann Deutschland noch bereichern, außer mit nachgebauten eklektischen Korankraftwerken.

Wichtig sind vor allem Sarrazins statistische Untersuchungen der Gegenwart, und da wird er kaum Fehler gemacht haben. Die Ergebnisse der unguten Massen-Ein- und Unterwanderung sind ja täglich in den europäischen Städten sichtbar. Vor allem Unterschichten haben Deutschland heimgesucht.

Den Multikulti-Apologeten stößt jedesmal Sarrazins biologistische Sichtweise übel auf, und die gilt sogleich als nazihaft. Seltsamerweise wird in den Trivialmagazinen unbefangen über Penislängen der Völker diskutiert, aber die Intelligenz ist ein Tabu. Der Marburger Psychopathologe Prof. Detlef H. Rost stellte dazu fest: „Ob es Unterschiede zwischen Ethnien gibt, ist ein weithin erforschtes Feld... Leider ist es nicht möglich, darüber vernünftig zu diskutieren.“ spiegel.de 6.5.13

Das Schlimmste aber ist: Europa hat sich mühsam vom religiösen und ideologischen Aberglauben freigekämpft. Die Gefahr ist groß, daß das alles durch eine frühmittelalterliche Großsekte mit starker Neigung zur Menschendressur wieder ausgelöscht wird. Wir Deutschen müßten eigentlich besonders hellhörig sein. Durch den ideologischen Größenwahn eines „Führers“ und natürlich die Mißgunst des ideologischen Gegners haben wir ein Viertel unseres Staatgebietes verloren. Bald könnte ein weiteres Viertel Deutschlands bevölkerungsmäßig vom Islam eingenommen sein. Der Einwurf von Sarrazins Parteifreund Buschkowsky „das glaube ich nicht“ wird mit jedem Tag widerlegt.

Ich werde das Buch nicht kaufen. Die Schilderung des Islams brauche ich nicht, und die Zukunftsvisionen Sarrazins sehe ich seit 1982 in jeder Großstadt und jeder Zusammensetzung ihrer Schulklassen bestätigt.

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Sigmar Salzburg
22.08.2018 06.10
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Stefan Schubert

Die Destabilisierung Deutschlands
• ISBN: 9783864455902
• Kopp Verlag 2018
• 336 Seiten, gebunden 22,99 €

Analyse des Skandals im Fall des islamischen Attentäters Anis Amri u.a. durch den ehemaligen Polizisten Stefan Schubert .

Das rechte Portal Pi-News schreibt dazu:

Ein breit angelegtes Kartell aus linksideologischen Buchhändlern boykottiert den Spiegel-Bestseller beim Filialverkauf, was sich direkt – wie beschrieben – auf die Ermittlung der Rangfolge der einstmals renommierten Spiegel-Bestellerliste auswirkt. ...
Die vom Marktforschungsdienstleister media control für die Ermittlung der Rangfolge der Spiegel-Bestsellerliste verantwortlichen Mitarbeiter haben den Enthüllungsbericht der PI-NEWS-LESER daraufhin leider nicht zum Anlass genommen, um sich für die Aufdeckung des Mißstandes herzlich zu bedanken...
pi-news.net 21.8.2018
Die PI-Leute sollten ruhig noch etwas mehr Mut in der Anwendung der traditionellen Rechtschreibung aufbringen.

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Sigmar Salzburg
06.07.2018 09.06
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100 Jahre Oswald Spenglers „Untergang des Abendlandes”

Einer der Herausgeber eines neuen Buches über Spengler, Max Otte, schreibt über Spenglers monumentales Werk:

Spenglers Diktion, sein Pathos und seine Bestimmtheit beeindrucken entweder, oder sie verschrecken. Gleich der erste Absatz seines Werks tönt wie ein Paukenschlag:

„In diesem Buch wird zum ersten Mal der Versuch gewagt, Geschichte vorauszubestimmen. Es handelt sich darum, das Schicksal einer Kultur, und zwar der einzigen, die heute auf diesem Planeten in Vollendung begriffen ist, der westeuropäisch-amerikanischen, in den noch nicht abgelaufenen Stadien zu verfolgen.“

Das Buch ist voll solcher Passagen, die vor Kraft und Selbstbewusstsein nur so strotzen. Es weist auf 1195 Textseiten nur wenig Längen auf und vermag über weite Strecken zu fesseln. Wer so schreibt, ist entweder ein Genie oder ein Größenwahnsinniger. Vielleicht auch beides.

Was soll man zu einem Denker sagen, der als einer der ersten den Eurozentrismus überwand und dafür plädierte, jede Kultur an ihren eigenen Maßstäben zu messen, das Ende der allgemeinen Wehrpflicht ungefähr für das Jahr 2000 voraussagte, etwa gleichzeitig die Demokratie enden und danach ein Weltimperium entstehen sah, der das „Aufkommen eines neuen Kalifats“ befürchtete, und der als erster die Umweltzerstörung als neues Grundproblem der Menschheit thematisierte? Der 1919 vorhersagte, dass im 21. Jahrhundert entweder der Finanzkapitalismus, oder aber ein autoritärer „preußischer Sozialismus“ die Welt dominieren würden, ohne Möglichkeit für einen Kompromiss oder für Mischformen, wie es zum Beispiel die „Soziale Marktwirtschaft“ wäre? Der eine „farbige Weltrevolution“ vorausahnte und eine „zweite Religiosität“ entstehen sah, welche das rationale Denken der westlichen Menschen verdrängen würde? Der 1931 die Diffusion der vormals abendländischen Technik und Wissenschaft über den ganzen Globus befürchtete?

Muss man einen solchen Denker nicht einen „Seher“ nennen?...

amazon.de 30.4.2018

Bei „Freie Welt“ wird der Band über Spengler ...

David Engels / Max Otte / Michael Thöndl (Hgg.), Der lange Schatten Oswald Spenglers. Einhundert Jahre Untergang des Abendlandes, Berlin, Manuscriptum, 2018, 176 p.
... durch die Redaktion (an) erstaunlicherweise in bewährter Rechtschreibung rezensiert. Das ist uns für das genannte Buch bisher nicht bekannt.

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Sigmar Salzburg
24.04.2018 05.14
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„Das Leben der Bienen“ (2)

Maurice Maeterlinck, belgischer Dichter und Schriftsteller des Symbolismus, Schöpfer der Dichtung „Pelleas und Melisande“, von Debussy als Oper komponiert, Literatur-Nobelpreisträger von 1911, war auch ein hingebungsvoller Bienenzüchter. 1901 erschien sein Werk „Das Leben der Bienen“, das heute noch von Imkern und Wissenschaftlern (Lars Chittka) bewundert wird. Nur die späteren Erkenntnisse Karl von Frischs fehlen noch.

Ich habe mir jetzt ein Exemplar von 1906 besorgt – ein poetisch-philosophischer und zugleich wissenschaftlicher Text, ca. 250 Seiten in Antiqua. Die Rechtschreibung ist eine Überraschung: Übersetzer (F. von Oppeln-Bronikowski) und Verlag (Diederich) verwenden noch die ß-losen, dudenfreien Schreibweisen vor 1900, wie sie neben dem ſs-Gebrauch für Antiqua seit etwa 1800 häufiger wurden. Jedoch treten die häßlichen Dreifach-s (sss) nicht auf: „Haselnussträucher“, „Masstab“, „Schlusstein“, „Grosstadt“. Störend ist mitunter, wie in der heutigen „Reform-“ und Schweizer Orthographie, die mangelnde Markierung des Schlusses innerhalb eines zusammengesetzten Wortes: „Fussenden“ (und bei uns seit 1996: „Schlosserhaltung“).

Ungewohnt, aber nicht störend ist das alte „th“: „er thut“, „Thätigkeit“, „Thorwache“, „Blüthen“.

Die erst seit der Rechtschreib„reform“ von 1996 erpreßte sprachverbrecherische Verstümmelung des „Rauhen“ gibt es selbstverständlich nicht: „an der rauhen Oberfläche“ (S.138), „nordwärts wird das Klima zu rauh“ (S. 189).

Auch die klippschulhafte Großschreibung der 96er „Reform“ findet man nicht: „er war der erste“, „nichts ähnliches“, „zu eigen machen“, „im allgemeinen“ (S. 48), „zu gunsten“, „von neuem“, „Im übrigen ist sie von Kopf zu Füssen voll entwickelt“ (S. 134), „vor kurzem“ (S. 245), „Er macht reich arm und arm reich“ (S. 12). Wie man das heute wohl schreiben soll?

Allerdings wird von einer Betonungsgroßschreibung mitunter Gebrauch gemacht: „Blicke des Anderen“ (S.10), „wie Viele es gethan haben“ (S. 94), „fast Alles, was besteht“ (S. 102). Bei der „recht“-Schreibung besteht eine gewisse Unsicherheit – wie heute wieder: „Und wer hat recht“, „das Leben ... gibt ihr jederzeit Recht.“ (beide S. 159).

Die dumme neue Getrenntschreibung häufiger Wortbildungen findet man nicht, obwohl sonst damit freier umgegangen wird: „ebensoviel“, „ebensowenig“, „jedesmal“, „soviel“. Die (inzwischen schon abgebremste) neue Radikaltrennung ist den Sprachästheten fremd: „segenspendende Stunden“, „honigspendende“ oder „honigtragende Pflanzen“ (100/101), „fleischfressende Pflanzen“.

In der Umlautschreibung weiß man noch, daß „überschwenglich“ (S. 122) mit „schwenken“ und „schwingen“ zu tun hat. Bei „Geberde“ ist das „ä“ auch noch nicht angekommen. Dagegen erscheint „mit Hülfe“ heute atavistisch.

Die fast einzige sinnvolle Neuerung unserer heutigen „Reform“ findet sich auch damals schon: „in Bezug auf den Intellekt“ (S. 253)


PS 4.5.: Meine Tochter per Postkarte: „... lieben Dank für das wundervolle Buch... So ist es also, wenn ein Dichter ein wissenschafliches Werk schreibt... Laß es Dir gutgehen! ...

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Sigmar Salzburg
22.04.2018 11.34
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Monika Maron

Munin oder Chaos im Kopf
Roman

S. Fischer
EUR 16,99

Schade, daß sich Frau Maron von einer bekennenden Gegnerin der Rechtschreibreform zur Fatalistin wandelte, sicher auch unter dem wirtschaftlichen Druck des Verlages, obwohl andere besser standgehalten haben.

Eine Rezension gibt es von Thorsten Hinz in der „Jungen Freiheit“. Vorsicht, die Zitate sind, wie dort üblich, auf traditionelle ß umgestellt!

Leben in der Vorkriegszeit

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Sigmar Salzburg
17.04.2018 20.23
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Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“

Für meine zweite, oder je nach Zählung, dritte Tochter, eine begeisterte Bienenfreundin, suchte ich das Buch und fand, daß es wieder vom Unionsverlag angeboten wird:

Maurice Maeterlinck, zu seinen Lebzeiten gefeierter Nobelpreisträger für Literatur, hat selbst Bienen gezüchtet und erforscht. Sein erstmals 1901 erschienenes Buch Das Leben der Bienen fand in zahlreichen Sprachen weiteste Verbreitung und gilt unter Fachleuten und Imkern bis heute als gültige Darstellung. Sachlich und präzis, aber mit berückender Sprachkraft schildert er die faszinierenden, rätselhaften Ereignisse im Bienenstock. In Maeterlinck verbindet sich der Naturforscher mit dem Denker und Dichter, der den Wundern der Natur nachspürt und das Staunen nicht verlernt hat.
Ich hatte das Buch noch als schöne Jugendstil-Ausgabe in Fraktur in Erinnerung. Jetzt mußte ich zu meinem Entsetzen feststellen, daß der ins Deutsche übersetzte Text für die Neuausgabe in die häßliche Reformschreibung der nichtnutzigen Kultusminister konvertiert wurde. Ich werde mich also in den Antiquariaten umsehen. Es muß ja nicht gleich eine Erstausgabe für 144 Euro sein.

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Sigmar Salzburg
22.01.2018 19.59
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Fach-Frage

Im 2006 von der KMK genehmigten Wörterverzeichnis steht:

Achtfach § 36( 1.2) , 8fach § 41E , 8-fach § 40(3); das Achtfache, das 8fache, das 8-Fache, um das Achtfache [größer] § 57(1)

http://www.rechtschreibrat.com/DOX/rfdr_Woerterverzeichnis_2006.pdf

Gleiche Logik wie „Jährige“.

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Detlef Lindenthal
22.01.2018 19.33
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Re: „Einfach Einstein!“

Zitat:
... gibt es „Kollisionen Schwarzer Löcher mit Massen zwischen dem 5-Fachen und 40-Fachen der Sonne.“

Bis und ab 1996 war 5-Faches „falsch“, nur 5-mal und 5-jährig, aber 5faches „galt“ als „richtig“.
Duden.de verzeichnet jetzt: „Schreibung mit Ziffer: 3-Faches, 3faches.“
Weiß jemand, seit wann die Kultusminister usw. 3-Faches zugelassen haben?
Oder macht der Duden mal wieder einen seiner jugendgefährdenden Alleingänge?
Bemerkenswert ist, daß Duden.de jetzt 3faches in gleicher Weise verzeichnet, wie es vor 1996 3mal, 3jährig, die 3jährige hieß.
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Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
21.01.2018 18.49
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„Einfach Einstein!“

Rüdiger Vaas hat im Kosmos Verlag ein populärwissenschliches Büchlein herausgebracht und bewirbt es unter „wissenschaft.de“ und „hpd.de“, bei letzterem mit Betonung auf Einsteins Religionsferne.


Einstein – Sprachkünstler und Gedankenschmied

Albert Einstein hat unser Weltbild revolutioniert wie kein anderer. Ohne seine Forschungen gäbe es weder Relativitätstheorie, Quantenphysik noch Kosmologie. Diese äußerst schwierigen Themen hat Rüdiger Vaas, Redakteur für Astronomie und Physik bei bild der wissenschaft, nun verständlich gemacht – getreu Einsteins Motto, die Dinge so einfach wie möglich zu erklären, aber nicht einfacher. ...

Rüdiger Vaas,
Einfach Einstein! Geniale Gedanken schwerelos verständlich,
Kosmos, Stuttgart 2018, € 14,99
Das Büchlein ist in der heutzutage wohl unvermeidlichen „erleichterten“ Rechtschreibung der Kultusminister gehalten. Dickes Papier und beigegebene comicartige Zeichnungen (Gunther Schulz) passen es dem vermuteten Leserkreis an.

Sachlich ist es sicherlich fehlerfrei. Philosophisch muß man allerdings der Behauptung widersprechen, Einstein habe das „Ende des Äthers“ herbeigeführt, der im 19. Jahrhundert die Lichtausbreitung erklären sollte. Der damalige Fehler war, die Materie nicht mit einzubeziehen. Inzwischen ist er längst unter anderem Namen wieder Bestandteil der Physik, als „Raum“, „Quantenfeld“ oder ähnliches, ohne daß man den Grund seiner Eigenschaften wüßte.

Dank der Reformschreibung droht dem spätabendlichen Leser eine Nacht der langen „Messer“gebnisse. Die Allgemeine Relativitätstheorie wird aber nie reformgemäß kleingeschrieben. Allerdings gibt es „Kollisionen Schwarzer Löcher mit Massen zwischen dem 5-Fachen und 40-Fachen der Sonne.“ Diese „Fach“-Sprache geht aber auf unsere fachfremden Kultusminister zurück, ebenso die häßlichen „Schlusssteine“ in der eigentlich ausnehmend schönen Theorie.

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Sigmar Salzburg
06.07.2017 05.45
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Carlo Rovelli

DIE WIRKLICHKEIT, DIE NICHT SO IST,
WIE SIE SCHEINT

Eine Reise in die Welt der Quantengravitation
Rowohlt, Berlin 2016
aus dem Italienischen von Enrico Heinemann
320 S., € 22,95, ISBN 978–3–498–05806–7

„Wissenschaft.de“ rezensiert:

Quantenphysik für jeden
Was ist es, das die Welt im Innersten zusammenhält? Wer sich dieser Frage in einem populärwissenschaftlichen Buch annimmt, muss ein Esoteriker sein, ein eingebildeter Schwätzer – oder jemand mit großem Wissen. Keine Frage: Der italienische Physiker Carlo Rovelli gehört zur letzten Kategorie. Der Professor von der Universität Marseille gibt dem Leser einen großartigen Überblick über den aktuellen Stand der Physik zur größten Frage überhaupt.
Dabei gelingt es Rovelli grandios, was in Zeiten von Schlagzeilen über Gravitationswellen und Higgs-Teilchen kaum jemand fertig_bringt: Er vermittelt klar die Zusammenhänge von Relativitätstheorie und Quantenphysik ...
Die italienische Originalausgabe des Buchs erschien zwar schon 2014, doch Rovelli hat in der deutschen Übersetzung die aktuellen Ergebnisse ergänzt. Brisanter und spannender kann theoretische Physik nicht sein.
wissenschaft.de 26.7.2017
Ich brauche Amazon nicht. Am Montag bestellt bei der Buchhandlung, am Dienstag erhalten und bis Mittwoch durchgelesen: Es wurde eine Nacht der langen „Messer“gebnisse (S.236) mit vielen „als Erste“ (z.B. S. 105) Beteiligten – wegen des von den 64 volli-diotischen Länderpolitikern erpreßten Dass-Deutschs. Das war allerdings nur einmal falsch: „Der Legende nach liess Platon ...“ (S.52). Erfreulich: Keine neuen „fantastischen“ „so genannten“ (S.252) „Zeit lang“ (S.153), aber doch etliche Eisenbergsche Zusammenbasteleien: „wiederauftauchten“ (S.48), „richtiglagen“ (S.78, 241), „umeinanderkreisen“ (S.244). Die eher literarischen Augstschen Albernheiten kommen in diesem wissenschaftlichen Text nicht vor.

Zum Inhalt: Rovelli schildert die Fortschritte in den physikalischen Einsichten seit Demokrit – mit ausdrücklicher Ausnahme der bekannten tausend Jahre religiösen Wahns, der sich im zwanzigsten Jahrhundert als Weltverbesserungswahn wiederholte. Der mir erst jetzt aufgefallene Matwei Bronstein, der Rovellis heutiges Arbeitsgebiet als erster in Angriff nahm, überlebte Stalins Terror nicht (S. 171):
Matwei wird, ein Jahr nachdem er als Erster erkannt hat, dass sich unsere Vorstellungen von Zeit und Raum ändern müssen, von Stalins Polizei NKWD verhaftet und zum Tode verurteilt. Seine Exekution findet noch am Tage seines Prozesses statt, dem 18. Februar 1938. Er ist einunddreißig Jahre alt.
Rovelli beschreibt ausführlich, wie weit die intuitiven Spekulationen der alten Griechen in die richtige Richtung wiesen. Die vielschichtige Zeit in Einsteins Relativitätstheorie hätte ich allerdings anschaulicher dargestellt. Die zweite Hälfte seines Buches widmet Rovelli seinem Hauptarbeitsgebiet, der Zusammenführung von Relativitäts- und Quantentheorie. Dabei räumt er der konkurrierenden Stringtheorie, in die manche Physiker seit fünfzig Jahren wie in einen goldenen Topf gucken, nicht allzuviele Chancen ein.

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