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Die 20 neuesten Rechtschreibbeiträge ...


Richtige Rechtschreibung als „Statussymbol“ der Bildungsbürger?

Der Punkt verschwindet aus der Schriftsprache.
Von Tillmann Prüfer
ZEITmagazin Nr. 14/2017

... Im 19. Jahrhundert wurde die Rechtschreibung vereinheitlicht und diente dem Bürgertum als Statussymbol. Nicht mehr die Herkunft sollte der Maßstab sein, sondern die Bildung. Die Beherrschung der Rechtschreibregeln unterschied den Bürger vom Pöbel. Und wenn die Rechtschreibung auf dem Rückzug ist, müssten eigentlich bildungsbürgerliche Abstiegsängste wach werden. Die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 erzürnte noch die Bildungsbürger – zwanzig Jahre später diskutiert man nicht mehr über Rechtschreibung...

zeit.de 31.3.2017

…Man diskutiert nicht mehr – weil man das nicht ewig fortsetzen kann, weil das Politikergesocks und die Medienmagnaten zu mächtig waren und weil sich die abhängigen Lohnschreiber im Reform-KZ einrichten mußten.

Mit wenigen Jahren Volksschule hat man früher einwandfrei rechtschreiben gelernt, wie immer wieder und auch bei meinen Vorfahren festzustellen ist. Das mit dem „Statussymbol“ ist durchsichtige, aber faktenfreie Propaganda der Schreib- und Gesellschaftsveränderer.


Sigmar Salzburg

23.04.2017 13:04   Rechtschreibforum   >   Panoptikum der Thorheiten   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Reform-Großschreibung auf Verdacht

26-jährig notierte Claude Simon als Dragoner am 15. September 1940, was 1958 das Herzstück seiner Novelle ausmachen würde: "Agonie des Pferds. Sammlung (?)/ Konzentration des Pferds auf sich selbst, ins Innere seines untheatralischen Leidens. Das Auge gleichsam nach Innen blickend...“

Aus der Besprechung des Buches beim hpd:

Claude Simon: "Das Pferd", aus dem Französischen von Eva Moldenhauer, mit einem Nachwort von Mireille Calle-Gruber, Berenberg Verlag Berlin 2017, 77 S., 22 Euro

hpd.de 21.4.2017


Sigmar Salzburg

23.04.2017 09:32   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   GKS 4   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Broder über zwei Geistesgrößen der SPD

Ralf Stegner reagiert säuerlich-fatalistisch:
Ralf Stegner‏ @Ralf_Stegner 22. April 2017
Broder halt
Ralf Stegner,AfD, Klimawandel Islamisierung des Landes–DIE ACHSE DES GUTEN. http://ACHGUT.COM
Warum? Broder spießt wieder gekonnt bekannte SPD-Größen auf:
Henryk M. Broder / 22.04.2017 / 14:45 /

Ralf Stegner, die AfD, der Klimawandel und die Islamisierung des Landes

Ralf Stegner, stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender und Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein, gehört nicht zu den hellsten Birnen im Lande. ...

Warum er dennoch etwas zur AfD sagen muss? Deswegen: „Die AfD ist gegen die Gleichstellung von Frauen, sie leugnet den Klimawandel und sie steht für Abschottungspolitik. Ginge es nach den Rechtspopulisten, fänden wir uns nach der Wahl in den Verhältnissen des 19. Jahrhunderts wieder.“

Den Klimawandel zu leugnen ist wohl mit das Schlimmste, was man einer politischen Partei vorwerfen kann. Die Leugnung sollte zum Straftatbestand erklärt werden, wie die Leugnung des Holocaust. [...]

Was die „angebliche Islamisierung“ des Landes angeht, dieses „Gespinst“, so gibt es dazu auf WO heute eine interessante Meldung. Tausende Flüchtlinge bezeichnen sich als Ex-Taliban-Kämpfer und wollen als Asylberechtigte anerkannt werden. [...]

Über 200 Ermittlungen im Zusammenhang mit islamistischem Terror allein im Jahre 2016. Die Bundesanwaltschaft ist total überlastet, die Verwaltungsgerichte ebenfalls. Aber die Islamisierung des Landes ist ein „Gespinst“. Darauf einen Underberg!

achgut.com 22.4.2017
Die andere Größe ist Aydan Özoguz, das Islam-U-Boot der SPD mit verwandtschaflicher Bindung zu den Fundamentalisten des „Muslim-Marktes“:
Henryk M. Broder / 19.04.2017 / 06:30 /

Mit Aydan Özoguz richtig Rechnen lernen

Man muss kein Genie im Einsteinschen Sinne¹ sein, um es in der SPD bis an die Spitze zu bringen. Die jetzige Führungsmannschaft beweist es. Man muss auch keine Ideen, kein Programm und keine praktische Politik-Erfahrung haben, es reicht, dass man vor Jahren als Bürgermeister einer Kleinstadt gescheitert ist, um sich für ein hohes Amt zu qualifizieren.

Ein besonderer Fall ist die Politikerin Aydan Özoguz, eine der sechs stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD, Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.[...]

Zuletzt hat Frau Özoguz den Ausgang des Erdogan-Referendums ins rechte Licht gerückt und vor übertriebenen Reaktionen gewarnt.„Unter dem Strich haben nur etwa 14 Prozent aller hier lebenden Deutschtürken mit Ja gestimmt. Das ist klar nicht die Mehrheit. Das muss man mal zur Kenntnis nehmen“, sagte sie der "Saarbrücker Zeitung".[...]

Wie sind die 14 Prozent zustandegekommen? Wir wissen es nicht. Vielleicht hat sie Kopfrechnen auf einer Hamburger Gesamtschule gelernt ...

Wenden wir diese Methode probeweise auf die letzte Bundestagswahl an.

Im Jahre 2013 gab es in Deutschland rund 80 Millionen Einwohner. Wahlberechtigt waren 62 Millionen, die Wahlbeteiligung lag bei 72 Prozent. Das heisst ²: 44,6 Millionen nahmen an der Wahl teil. Würde man nun die 41 Prozent der Stimmen, die auf die CDU entfielen, auf die Gesamtzahl der Einwohner beziehen, könnte man sagen, dass nur etwa 22 Prozent die CDU gewählt haben. Hört sich doch schon ganz anders an, oder? Fast 80% haben Merkel nicht gewählt, Kinder, Greise und ein paar Deutschtürken mitgezählt!

Das ist der Trick, mit dessen Hilfe Frau Özoguz die Zahl der Erdogan-Fans in Deutschland runterrechnet. Von 63 Prozent auf 12 bis 14 Prozent. Als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration macht sie eine prima Arbeit. Sie wird ja nicht fürs Rechnen bezahlt. Das muss man mal zur Kenntnis nehmen.

achgut.com 19.4.2017
Hamed Abdel Samad hat andersherum ausgerechnet, daß, abzüglich der Kurden, Aleviten und ähnlicher, fast 90 Prozent der originalen Türken in Deutschland für die Diktatur gestimmt haben. Mit Statistik kann man eben fast alles beweisen. In den Anfängen der Rechtschreib„reform“ wurde der Gewinn durch die „Erleichterungen“ und „Vereinfachungen“ statistisch nachgewiesen – Fehlerreduzierung: Schaeder – 50 Prozent; Wernstedt (SPD) – 90 Prozent; Menze – Einsparung von 1.250.000.000 Stunden Unterricht!

¹) Reformiert nur „richtig“: Einstein’sche oder einsteinsche...
²) ss-Vereinfachung nur in der Schweiz „erlaubt“



Sigmar Salzburg

23.04.2017 07:57   Rechtschreibforum   >   Politiker: „Die haben Schiß bis über beide Ohren“   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Feinere Nuancierung durch Tradition und „Reform“.

Auf dem AfD-Parteitag sprach Prof. Jörg Meuthen (lt. Junge Freiheit) zunächst ein deutlich verschärftes „dass“:
„Es wird wirklich allerhöchste Zeit, dass die ‚schon länger hier Lebenden‘ die schon länger hier Regierenden aus ihren Ämtern im Dienste des deutschen Volkes verabschieden, und das nachhaltig, liebe Freunde! ... Ja, wir können diese Gestalten nicht mehr ertragen...
Etwas später ging er dann zum versöhnlichen „daß“ über:
Am Nachmittag betonte Meuthen, seine Rede sei keine Abrechnung mit Petry gewesen. „Jegliche Form von Polarisierung halte ich für sinnlos. Ich möchte, daß wir geschlossen in den Wahlkampf gehen.“

jungefreiheit.de 22.4.2017


Sigmar Salzburg

22.04.2017 19:11   Rechtschreibforum   >   Nein zu Heyse 3   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Die AfD ist an allem schuld!

Parteitag der AfD versetzt die Stadt in den Ausnahmezustand
welt.de21.4.2017

Kölner Geschäfte schließen Samstag wegen AfD-Parteitag
welt.de 18.4.2017

Spiegel online:
AfD-Parteitag in Köln:
Polizei warnt vor Ausschreitungen


Geändert in:
Sicherheit bei AfD-Parteitag in Köln
Polizei macht sich "große Sorgen"


http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-parteitag-in-koeln-polizei-warnt-vor-ausschreitungen-a-1144066.html

Beigegeben: Plan mit Sammelpunkten der Bürgerkrieger und Marschrouten. (Damit Hochzeitspaare auf Weg zur Trauung diese umgehen können!)


Sigmar Salzburg

22.04.2017 06:36   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Lügen- und Lückenpresse   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


„Falsch“, aber richtig: Keine reformierte Siegesmeldung!

Die Ermittler äußerten sich auch nicht dazu, wie und wann genau der Junge und das Mädchen ums Leben kamen – und ob die Mutter selbst ihre toten Kinder als erste fand.

focus.de 21.4.2017


Sigmar Salzburg

22.04.2017 04:49   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   GKS 4   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Die „Reform“ begünstigt falsches Recht.

Le Pen hingegen wollte keinen Optimismus verbreiten. Die Spitzenkandidatin des Front National verlor seit Januar laut Umfragen an Zustimmung ... Dass die Moderatoren zeitgleich Infos über die Schießerei im Zentrum der französischen Hauptstadt übermittelten, konnte Le Pen dabei nur Recht sein.

zeit.de 21.4.2017


Sigmar Salzburg

21.04.2017 17:27   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   GKS 4   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


„Einheitlichkeit und Vereinfachung“

Die deutschen Landesregierungen führten bereits 1996 an etlichen Schulklassen die minderwertigste Version der Rechtschreib„reform“ ein, um vollendete Tatsachen zu schaffen – obwohl die offizielle Einführung erst 1998 erfolgen sollte.

Die 16 Kultusminister und 16 Länderregierungschefs hatten das Machwerk Ende 1995 abgesegnet und am 1. Juli 1996 unter Mithilfe der Bundesregierung in Wien unterzeichnet.

Im gleichen Jahr bildeten sich überall Bürgerinitiativen gegen diese dreiste Übertölpelung, und im folgenden Jahr richtete die schleswig-holsteinische Initiative die Forderung nach einem Stopp an die Landesregierung.

Darauf antwortete die reformistische Mehrheit des Parlaments (die CDU spielte noch Reformgegner) wie folgt:
Der Landtag hat in seiner 34. Sitzung am 11. Juni 1997 den Gesetzentwurf zur Änderung des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes der Volksinitiative "WIR gegen die Rechtschreibreform" mit folgender Begründung abgelehnt:
"Die Reform der Rechtschreibung der deutschen Sprache wurde seit den frühen 80er Jahren nicht nur in der Kultusministerkonferenz, sondern durch Koordinationsgremien für den gesamten deutschen Sprachraum vorbereitet.

Einbezogen waren dabei die ganz oder mehrheitlich deutschsprachigen Staaten Bundesrepublik Deutschland, Deutsche Demokratische Republik (bis 1990), Österreich, Schweiz und Liechtenstein sowie Gremien von Staaten mit deutschsprachigen Minderheiten in Belgien, Italien, Ungarn, Rumänien und andere.

Die Reform sollte sowohl der Aufnahme faktischer Veränderungen im schriftsprachlichen Gebrauch als auch der Vereinfachung von komplizierten Regelungen der deutschen Orthographie und Interpunktion dienen. Als unerläßliche Voraussetzung für eine Reform galt und gilt die Einheitlichkeit der Schreibung des Deutschen in seinem gesamten Sprachgebiet.

Die vereinbarte Reform hat die bisherigen Inkonsequenzen und
besonderen Probleme erheblich reduziert. Der Landtag begrüßt die erreichten Fortschritte auf dem Wege der Vereinfachung.

Auf dem Wege der Volksinitiative wird eine Verankerung der
"allgemein üblichen Rechtschreibung" im Schulgesetz und damit ein Verzicht auf die Umsetzung der Vereinbarung gefordert.

Der Landtag lehnt den Gesetzentwurf der Volksinitiative ab,

- weil er die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung innerhalb und außerhalb Deutschlands zur Disposition stellt ...
(Drucksache 14/764) (Vollständig hier.)
Die Mär von der durch die„Reform“ erreichten Einheitlichkeit und Vereinfachung wurde von Reformern und Lobbyisten in Politik und Medienwelt den Bürgern eingehämmert, ohne daß sie dadurch wahrer wurde. Die Schweizer dachten bis heute nicht daran, ihre ß-lose Rechtschreibung zugunsten des jetzt erpreßten fehlerträchtigen Heyse-Systems aufzugeben:
Wegen Rechtschreibung angeprangert:
TV-Köchin Meta Hiltebrand wehrt sich


Meta Hiltebrand (34) sorgt mal wieder für Wirbel. Nach einem Wutbrief eines Zuschauers, der kürzlich ihre Wortwahl im TV kritisierte, ist es dieses Mal die Rechtschreibung der polarisierenden TV-Köchin, die zu reden gibt. Auf Facebook bläst die rothaarige Zürcherin den Besserwissern unter ihren Fans den Marsch, schreibt unter dem Stichwort «Bitte beachten»:
«Ja, ich habe schreib Fehler und ja, ich stehe dazu, aber müsst ihr dauernd alles korrigieren, was ich schreibe? Wen das so ist, Poste ich in Zukunft lieber nichts mehr, macht einfach kein_ Spaß so!» (sic!)
Es sei krass, so Hiltebrand weiter, manche würden ihr die Texte korrigiert zusenden.
«Ich bin koch und kein Akademiker, ich weiß es doch, das ich da leider schlecht bin! Aber dauernd daran aufgehängt zu werden närft »,
so die Wirtin des Restaurant Le Chef. Sie fügt an:
«Dieses dauernde Gemeckere macht Menschen krank, ich habe echt Mitleid mit denen, ihr Leben muss Tod langweilig sein.»
Hiltebrands deutliche Worte sorgen für hunderte Kommentare auf ihrer Facebook-Seite. Nicht alle können den Ärger der Gastronomin verstehen. Es gäbe doch Rechtschreibprüfungen, kritisiert eine Userin. ... Und ein Berufskollege der Schweizer Köchin ergänzt (auch nicht ganz fehlerfrei):
«Hatte in meinen Speisekarten auch immer Schreibfehler .... hab meinen Gästen gesagt, das ich die absichtlich eingebaut habe.... schließlich müssen wir ja unsere Gäste unterhalten.»
Eine deutsche Userin glaubt, den Grund für Hiltebrands Schreibschwäche zu kennen - und stellt eine mutige These auf: «Meta ist eine Schweizerin, woher soll sie die deutsche Rechtschreibung beherrschen???» Sie rät der Fernsehfrau: «Schreib doch künftig auf Schweizerdeutsch.»

bluewin.ch 21.4.2017
Man sieht, die „Reform“ hat denen, für die sie bestimmt war, nichts gebracht. Anfänglich haben noch viele wie bei Kaisers neuen Kleidern gerufen „Aber die ist doch ganz nackt!“. Jetzt streifen sich sogar viele ihre Kleider ab, um nicht aufzufallen – und manche fühlen sich tatsächlich dadurch erleichtert. Die Auto-Korrektur wird's schon bringen.

Sigmar Salzburg

21.04.2017 16:24   Rechtschreibforum   >   Ein Volk zu Schreibstümpern gemacht   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Heimito von Doderer

Das erzählerische Werk
von Heimito von Doderer


9 Leinenbände in Kassette
C.H. BECK 2016.
ISBN 978-3-406-69900-9
Erschienen: 19.09.2016
190,00 € inkl. MwSt.

Sigmar Salzburg

20.04.2017 16:36   Bücher   >   Ordentlich gedruckte Bücher   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


KACK ...

... so nennt sich die Kölner Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen natürlich nicht, sondern nur „ACK“ – obwohl sie sich dem Kackscheisse-Denken der Linksextremisten stark annähert. Die „Junge Freiheit“ schreibt – in der (auch von den Kirchen gemeuchelten) traditionellen Rechtschreibung:
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln macht gegen den AfD-Parteitag am kommenden Wochenende in der Domstadt mobil. Unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ wollen sich Leiter der darin organisierten Gemeinden mit Redebeiträgen an der Demonstration gegen den Parteitag beteiligen, zu denen das linksradikale Bündnis „Köln stellt sich quer“ aufruft.
Damit unterstellen die Kirchen der AfD, daß die Partei irgend etwas mit dem Hakenkreuz zu tun hat – eine üble Denunziation: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ Gerade die Kirchen müssen sich da hervortun. Sie haben noch 1944 für den „Führer“ beten lassen – und fünf Jahre danach für eine „Christliche Partei“, gemeint war die CDU Adenauers. Wie sich das alles gleicht:
Mit Fürbitten, die am Sonntag in Kölner Kirchen verlesen werden, soll zudem gegen die AfD gebetet werden. Darin heißt es: „Barmherziger Gott, wir leben aus deiner Zusage, daß jeder Mensch kostbar ist. Der Regenbogen, den du in die Wolken gesetzt hast, der österliche Bund des Friedens und der Versöhnung kennen keine Grenzen. Und doch erleben wir Menschenverachtung, Nationalismus und Intoleranz. Menschen werden als ‘Fremde’ ausgegrenzt. Gib uns Kraft, die Würde jedes Einzelnen zu achten. Erneuere und stärke uns alle durch den österlichen Blick des Friedens aufeinander.“

jungefreiheit.de 19.4.2017
Während die christlichen Kirchengemeinden in den islamischen Ländern drangsaliert bis abgeschlachtet werden, biedern sich die hiesigen Kirchen dem Islam an, wohl in der Hoffnung, bei der Machtübernahme glimpflicher davonzukommen. Vielleicht freuen sie sich auch über das zuströmende Bekehrungsgut: Jetzt schon lassen sich Asylbetrüger massenweise taufen, damit sie nicht zurückgeschickt werden können, weil ihnen im Islam dafür die Todesstrafe droht.

Es ist unglaublich, daß eine kleine Partei von der linken und kirchlichen Propaganda zu einer Nazi-Partei umgedichtet wird, obwohl sie nichts anderes fordert, als Vernunft bei der Einwanderungspolitik, nämlich das, was die Kanzler Schmidt und Kohl schon 1982 wollten.

Jede demokratische Partei hat das Recht und die Pflicht, gesetzlich vorgeschriebene Parteiversammlungen abzuhalten. Wenn jetzt zu einer pogromartigen Störung und Behinderung aufgerufen wird, dann hätte der Staat die Pflicht, eine 1000-Meter Bannmeile um den Versammlungsort zu errichten. Daß das nicht geschieht, beweist einmal mehr, daß wir in einer Ochlokratie leben, in einer linken Pöbeldiktatur.


Sigmar Salzburg

20.04.2017 06:27   Rechtschreibforum   >   Kirchen und Religion   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Kopftuch, Kreuz, Kippa: Grundschulleiter in Berlin fordern Festhalten am Neutralitätsgesetz

18.04.2017 21:04 Uhr
Appell an Berliner Senat - Grundschulleiter fordern Festhalten am Neutralitätsgesetz

Berlins Grundschulverband warnt vor religiösen Symbolen bei Lehrkräften. Lehrerinnen mit Kopftuch würden weiteren Druck auf muslimische Schülerinnen ausüben. Von Susanne Vieth-Entus
Lehrerinnen mit Kopftuch sind in Berlin nur im nichtstaatlichen islamischen Religionsunterricht und an Berufsschulen zugelassen.

Der Berliner Grundschulverband und mehrere prominente Unterstützer fordern den Senat und die Regierungsfraktionen auf, das Berliner Neutralitätsgesetz nicht anzutasten. „Wir treten ein für die Beibehaltung einer weltoffenen, weltanschaulich und religiös neutralen, integrativen Schule“, heißt es in dem Appell, der dem Tagesspiegel vorliegt. Das „demonstrative Zeigen“ von Kopftuch, Kreuz oder Kippa widerspreche dem Neutralitätsgebot.

Insbesondere gehen die Unterzeichner auf das Kopftuch ein. „Pädagoginnen haben eine Vorbildfunktion. Das Tragen eines Kopftuches, das weltweit gerade nicht für die Gleichstellung der Geschlechter steht, widerspricht dem Vorbildcharakter im Sinne des Schulgesetzes“, heißt es in dem Appell. Zumal Lehrkräfte, Schulleiter und Eltern „immer wieder berichten, wie schon jetzt von außen Druck auf muslimische Schülerinnen, etwa über den Konsulatsunterricht oder aus Moscheen heraus, ausgeübt wird, das Kopftuch zu tragen“. Dieser Druck auf die Mädchen erhöhe sich noch, wenn auch etwa die Klassenlehrerin selbst ein Kopftuch trage.


Im Fall des Halskreuzes noch nichts Neues


Anlass für den Appell ist die wieder aufgeflammte Diskussion über eine mögliche Aufhebung des Neutralitätsgesetzes. Sie hatte sich zuletzt an einer Einzelfallentscheidung entzündet: Das Landesarbeitsgericht hatte einer abgelehnten muslimischen Lehrerin mit Kopftuch im Februar eine Entschädigung zugesprochen, weil sie benachteiligt worden sei. In der vergangenen Woche kam noch der Fall einer Berliner Lehrerin hinzu, die angeblich von ihrem Schulleiter aufgefordert worden war, ihr Halskreuz abzulegen. Dafür gibt es bislang allerdings keine Bestätigung durch die Bildungsverwaltung, was wohl mit den Osterferien zu tun hat, die erst am Mittwoch zu Ende sind.

Wie berichtet, gehen in der rot-rot-grünen Landesregierung, aber auch in den einzelnen Fraktionen, die Meinungen zum Neutralitätsgesetz auseinander. Während der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) betont, dass er das Berliner Neutralitätsgesetz „immer als Gewinn für unser Zusammenleben in Berlin“ wahrgenommen habe und die staatliche Neutralität als hohes Gut bezeichnete, „das man nicht unüberlegt infrage stellen sollte“, war von SPD-Fraktionschef Raed Saleh dazu am Dienstag keine Stellungnahme zu bekommen.

Die Linksfraktion ist noch unentschieden

In der Linksfraktion, die 2005 das Gesetz mitbeschlossen hatte, gibt es Zweifel am Neutralitätsgesetz und „sehr unterschiedliche Positionen“, wie die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler auf Anfrage sagte. Sie fragt sich, ob das Gesetz „noch zeitgemäß“ sei und gibt zu bedenken, dass man auf diese Weise allen jungen Frauen, die das Kopftuch tragen wollten, den Weg in die Berliner Schulen verbaue, obwohl man doch mehr Migranten für den Lehrerberuf gewinnen wolle.

„Warum müssen diese Lehrerinnen in der staatlichen Schule religiöse Symbole tragen?“, wehrt der langjährige GEW-Vorsitzende und frühere Abteilungsleiter der Bildungsverwaltung, Erhard Laube, den Einwand Regina Kittlers ab. Auch Laube hat den Appell unterzeichnet. Dort heißt es ausdrücklich, dass „integrierte, emanzipierte muslimische Lehrerinnen für die Berliner Schule von großer Wichtigkeit sind“. Sie könnten „authentisch Schülerinnen und Schülern helfen, die sich selbst emanzipieren oder sich gegen eine reaktionäre Einflussnahme wehren wollen“. Zudem seien muslimische Lehrerinnen unter Umständen besser in der Lage, bei Konflikten um den Schwimmunterricht oder um die Teilnahme an Klassenfahrten zu vermitteln.

Neben Laube sind auch die anderen Unterzeichner ausnahmslos als Experten für Berliner Schule bekannt: Das gilt für die Schöneberger Schulleiterin Lydia Sebold vom Vorstand des Grundschulverbands und auch für den früheren Leiter des Landesschulamtes, Wilfried Seiring, sowie für Ellen Hansen und Ulla Widmer-Rockstroh, die sich beide seit Jahrzehnten für die Belange der Berliner Grundschulen starkmachen.

Scheeres will Unterricht im "neutralen Umfeld"

Auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) spricht sich für die Beibehaltung des Neutralitätsgesetzes aus. „Berlin ist eine weltoffene Stadt. Hier leben sehr viele Menschen mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen, aber auch viele Menschen, die keiner Religion angehören. Deshalb ist es wichtig, dass der Staat neutral ist und dass Schule in einem neutralen Umfeld stattfindet“, sagte Scheeres am Dienstag.

Um den Schulen bei der Auslegung des Gesetzes zu helfen, werde derzeit eine „Information“ erarbeitet, teilte Scheeres’ Sprecherin Iris Brennberger mit. Es werde auch darum gehen, „wie groß der Spielraum im Hinblick auf Schmuckstücke und andere religiöse Symbole ist“.

Für die Grünen-Fraktion sagte Bildungspolitikerin Stefanie Remlinger: „Wir verstehen die Ängste, aber wir wünschen uns den Mut zur Öffnung und wollen mit der Gesellschaft weiter über das Neutralitätsgesetz diskutieren.“ Wie die Diskussion in der rot-rot-grünen Koalition ausgeht, ist also noch völlig offen.

Hier der vollständige Appell im Wortlaut:
http://www.tagesspiegel.de/downloads/19683920/1/appell-an-den-berliner-senat.pdf

http://www.tagesspiegel.de/berlin/appell-an-berliner-senat-grundschulleiter-fordern-festhalten-am-neutralitaetsgesetz/19683908.html


Kevin Kraus

20.04.2017 04:01   Veranstaltungen   >   Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Was wird als erstes abgebissen?

Ohren auf – und ab!
Süße Schokohäschen verlieren als Erstes ihre Lauscher. Das ergab eine exklusive Osterstudie.

Mehr zum Wissenschaftsbild der Woche

Idiotische Reform-Großschreibung in alberner Wissenschaft (kein 1. April)!


Sigmar Salzburg

19.04.2017 07:28   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   GKS 4   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Liebe Mitbürger leisten Syrienhilfe

Nacherzählt:
Der Anwalt eines Salafisten-Vereins erhebt verfassungsrechtliche Beschwerde, weil dessen Vorsitzender „rassistisch diskriminiert“ worden sei. Das Bundesverfassungsgericht weist die Beschwerde zurück und verurteilt den Anwalt zu lächerlichen 500 Euro Mißbrauchsgebühr. Er hatte „vergessen“ mitzuteilen, daß die erkennungsdienstliche Behandlung seines Mandanten erfolgte, weil in die zwei mit Spendengeldern gekauften und nach Syrien gelieferten Krankenwagen anstelle der Krankenliegen Maschinengewehre eingebaut worden waren. Dem Vereinsvorsitzenden war angeblich nicht nachzuweisen, daß er davon gewußt hatte.

Genaueres bei the-germanz.de 18.4.2017

Hier sollte eigentlich Loriots Karikatur stehen: Planierraupe fährt Mann platt, Polizist droht dem Fahrer mit dem Zeigefinger „Du, du, du!“


Sigmar Salzburg

19.04.2017 05:39   Dokumente   >   Bundesverfassungsrichter   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Kacken gegen „Rechts“ ...

... schafft Arbeitsplätze und Rechtschreibprobleme:
Aufkleber-Paket:
„Rassistische Kackscheisse“
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Sollte das Aufkleber-Paket "Rassistische Kackscheisse" von linke-aufkleber.de nicht in der gewünschten Anzahl bei uns vorrätig sein, dann haben wir das Aufkleber-Paket grundsätzlich innerhalb von einer Woche bei uns. Grundsätzlich ist das Aufkleber-Paket bei uns auf Lager.
...
Gewinner vom Sticker Gegen Rechts Wettbewerb
Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern und Platzierten!!
(Die Wettbewerbe der Folgejahre findet Ihr¹ auf Design Wettbewerbe.)

Wir hoffen, Sie¹ hatten viel Spass beim Wettbewerb auf InnUP

Alle Anbieter von Web-Inhalten (zB Blogs, etc), die auf den Wettbewerb verlinkt haben, bitte kurze Nachricht mit Anschrift auf info@innup.de und wir senden Euch¹ 50 Exemplare des Gewinner-Motivs, 30 des Zweitplatzierten und 20 des Drittplatzierten.

... Und nun die Gewinner:

7. Platz [ß „richtig“!]

10. Platz [SS „falsch“!]
Anwendung: braune Schlichtversion auf AfD-Plakat:
Kinder
machen!
Spaß!
Darunter: Jusos denken dabei immer an Adolf:
„Das ist sooo 1933“
SPD wählen!
[SPD wählen – schöner als Sex und Kinderkriegen?]




¹) ... die atavistische „Ehrerbietung“ durch Großschreibung ist wohl auch nicht „fortschrittlich“!



Sigmar Salzburg

18.04.2017 20:56   Rechtschreibforum   >   Schwarzer Humor, Satire   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Deutschland im Würgegriff der „Mehr Demokratie“-Demokraten

In der „Jungen Freiheit“ fordert Thorsten Hinz (in traditioneller Rechtschreibung) :

Wahlbeobachter nach Deutschland!

Vor dem Bundesparteitag der AfD in Köln wächst stündlich die Lust am Pogrom. Kein Anständiger, der dabei beiseite stehen will. „Von ‘A’ wie Aidshilfe oder Amnesty International bis ‘Z’ wie das Zentrum für islamische Frauenforschung und Frauenförderung – (alle) haben den Aufruf des Bündnis ‘Köln stellt sich quer’ bislang unterschrieben“, jubelt der Kölner Stadtanzeiger und offeriert über Facebook noch „mehr Infos“.

SPD, Grüne, Linke, FDP, Gewerkschaftsbund und Kirchen machen mit, die Stunksitzung, die AG Arsch huh, Trommelgruppen, der Karnevalsverein usw. usf. 50.000 Demonstranten glaubt man auf die Beine zu bekommen. Die totale Mobilmachung gegen einen satzungsmäßigen Parteitag. Nicht mal die Türkei kriegt das so einfach hin, nur Nordkorea ist besser! Der „Kampf gegen Rechts“ ist das letzte Aphrodisiakum einer grenzdebilen und geriatrischen Gesellschaft, die sich vor ihren realen Problemen und begründeten Abstiegsängsten in eine widersinnige Sündenbock-Logik flüchtet. Diese Logik nennt sie: „demokratische Gesinnung“.

Es ist richtig, daß die AfD-Führung den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit einem Brief in die Pflicht genommen und ihn daran erinnert hat, daß, „wo die freie Rede nicht mehr möglich ist“, der „erste Schritt in Richtung Totalitarismus bereits getan“ ist.
[...]
Konkret sollte die AfD die Frage in die Öffentlichkeit transportieren, ob angesichts der massiven Behinderungen, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Einschüchterungen freie und faire Wahlen in Deutschland überhaupt noch möglich sind und in diesem Sinne an die OSZE appellieren, Wahlbeobachter nach Deutschland zu schicken.

Junge Freiheit 18.4.2014

Zur Erinnerung: Der Hamburger Jurist Prof. Jürgen Schwabe hatte am 24.7.2014 in der FAZ darauf hingewiesen, daß auch „friedliche“ Blockaden rechtswidrig sind:

„Der Schutz des Art. 8 GG erstreckt sich nicht auf Personen, die nicht die Absicht haben, an einer Versammlung teilzunehmen, sondern diese verhindern wollen.“ Diese Auffassung des Bundesverfassungsgerichts (in Band 84,203) ist für alle Gerichte und Behörden strikt verbindlich, aber leider offenbar sogar Staatsanwälten unbekannt...

Überaus beliebt ist auch die Veredelung der Blockade durch das Attribut „friedlich“... Da solche Verstöße gegen das Versammlungsgesetz überwiegend nicht verfolgt werden, hat sich verständlicherweise in der - von vielen Politikern beklatschten - Szene die Meinung festgesetzt, man tue nichts Strafbares ...


Sigmar Salzburg

18.04.2017 11:18   Demokratiefrage   >   Demokratie?   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


„Was in Deutschland alles möglich ist“:

Bayrischer Landwirt muss GEZ für Kühe zahlen
Im bayerischen Grafing ist es zu einer merkwürdigen Situation gekommen. Ein Bauer muss für seine Kühe GEZ-Gebühren zahlen, berichtet das Newsportal Merkur.de.


Das Problem bestehe darin, dass der Kuhstall rein rechtlich eine „Betriebsstätte“ sei. Zwar gebe es in dem Gebäude weder Fernseher, noch Radio, zahlen müsse der Besitzer trotzdem. Dem Landwirt zufolge gibt es in dem Stall nicht einmal eine Steckdose. Dieser habe wegen der entstandenen Lage bereits mehrmals bei der Gebühreneinzugszentrale angerufen.

„Die Auskunft war immer die Gleiche. Ich muss bezahlen. Zum Schluss werde ich sonst noch zwangsvollstreckt“, erläuterte er. Das habe der Bayerische Landtag so beschlossen, fügte der Bauer hinzu.

Pro Jahr müsse der Mann 69,96 Euro zahlen. Früher habe nur derjenige Rundfunkgebühren bezahlen müssen, der ein Empfangsgerät gehabt habe. Dies sei geändert worden, weil es schwer zu kontrollieren gewesen sei und man auch mit einem PC Programme der öffentlich-rechtlichen Sender habe empfangen können.

Seit ein paar Jahren müsse nun im privaten Bereich für jede Wohnung und auch für jede Betriebsstätte Beitrag bezahlt werden.

Der betroffene Landwirt zahle unter anderem bereits Rundfunkgebühren für sein Haus sowie für seinen Vater, der auf dem Hof in einem eigenen Haushalt wohne.

„Es ist ja nicht mehr feierlich, was in Deutschland alles möglich ist“, ärgert sich der Mann.

de.sputniknews.com 16.4.2017

Der Zoodirektor Prof. Grzimek stellte in besucherarmen Wintern seinen Schimpansen Fernseher in den Käfig. In China versuchte man durch Panda-Pornos den Fortpflanzungswillen der bärigen Sexmuffel anzuregen. Dergleichen Sinnvolles trifft aber hier wohl nicht zu.


Sigmar Salzburg

18.04.2017 06:54   Veranstaltungen   >   Rundfunkzwangsbeitrag   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Welch ein Wahn!

Josef Kraus vom Lehrerverband beklagt, daß die Versiebenfachung der Studentenzahlen einen Mangel an handwerklichen Fachkräften erzeugt. Dabei haben wir an einer Vermehrung von Absolventen der Geschwätzwissenschaften wie Sozial-, Politik-, Gender- und Islam-„Wissenschaft“ überhaupt keinen Bedarf. Jetzt schreien die Arbeitgeber nach mehr „Fachkräften“ – obwohl doch erst in den letzten zwei Jahren zwei Millionen „so genannte“ dank der weitsichtigen Politik der Bundeskanzlerin hier eingeströmt sind. Ich setze mal einen systemgefälligen Kommentar dazu direkt in die SHEV-Seite:

ARBEITGEBER MACHEN DER POLITIK DAMPF
Fachkräftemangel: Zuwanderung ist keine Zumutung
Kommentar von Katharina Ritzer

Osnabrück. Die Politik muss sich mehr um den demografischen Wandel kümmern, fordert der Arbeitgeberverband. Eine berechtigte Forderung, den zu viel ist in den vergangenen Jahren verschlafen worden, findet unsere Kommentatorin.

Die gute Nachricht vorneweg: Immer mehr Menschen in Deutschland werden immer älter. Der demografische Wandel ist bereits Realität. Und so sehr wir diesen Wandel heute den Älteren und morgen auch uns selbst gönnen, so wichtig ist der aktuelle Appell der Arbeitgeber. Denn um negative Folgen der Überalterung abfedern zu können, braucht die Arbeitswelt Zufluss von außen.

Zuwanderung ist also keine Zumutung, sondern Notwendigkeit. Dabei wissen auch die Arbeitgeber um die dumpfe Ablehnung von Fremden und besonders Flüchtlingen. Darum ist es schlau von ihnen, den Blick zunächst auf europäische Länder mit hoher Arbeitslosigkeit wie etwa Spanien zu lenken. Dort werden heute schon gezielt Deutschkurse für gut ausgebildete junge Menschen angeboten, um sie fit zu machen für den deutschen Arbeitsmarkt.

Gewaltiges Potenzial haben die Arbeitgeber zudem bei den top ausgebildeten Frauen ausgemacht, die durch die Mängel bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch immer daran gehindert werden, ihr dringend benötigtes Können voll in den Arbeitsmarkt einzubringen. Da machen die Arbeitgeber ihrem Namen und ihrer Verantwortung alle Ehre, wenn sie der Politik für die Zeit nach der Bundestagswahl viel Arbeit aufbrummen. Denn dieses Thema haben in der Vergangenheit alle Parteien in unseliger Einigkeit verschlafen.

noz.de 17.4.2017


Sigmar Salzburg

18.04.2017 06:31   Veranstaltungen   >   Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes: Akademisierung provoziert gigantischen Fachkräftemangel

Vernachlässigung des Assets Berufsbildung
Akademisierung provoziert gigantischen Fachkräftemangel

Von Josef Kraus
Mo, 17. April 2017

Die Steigerung der Studierberechtigten in 40 Jahren von 6 auf über 40 Prozent hat die deutsche Wirtschaft nicht um's Siebenfache verbessert.
NGOs und Sozialindustrie können gar nicht so viele Sozialwissenschaftler beschäftigen wie von den Hochschulen produziert.

Wenn es nach gewissen Leuten geht, dann muss Deutschland bald die Schallmauer der 100-prozentigen Akademikerquote durchstoßen. 120 Prozent, das wäre doch was! Aber Polemik beiseite: Es vergeht kein Monat, in dem nicht unisono OECD, Bertelsmann Stiftung, „Bildungsforscher“, sozialpopulistische Parteien (wer gehört eigentlich nicht dazu?) und andere hinausposaunen, wir bräuchten noch mehr Abiturienten, noch mehr Studenten und noch mehr Akademiker. Nun hat in dieses Horn auch eine staatliche Stelle getrötet. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – das wissenschaftliche Institut der Bundesagentur für Arbeit – verkündete soeben, dass es keine Anzeichen für eine Überakademisierung gebe.

Wie bitte? Reicht es nicht, dass wir im Jahr 1996 noch 267.000 Studienanfänger hatten und es zwanzig Jahre später, im Jahr 2016, 506.000, also fast doppelt so viele, waren? Ist es noch „normal“, dass wir seit 2014 mehr Studienanfänger haben als junge Leute, die eine berufliche Bildung anfangen? Ist es „normal“, dass wir in Deutschland 330 Berufsbildungsordnungen und 17.000 Studienordnungen haben? Ist der Mangel an Fachkräften keine Folge eines Akademisierungswahns?

Es ist eine totale, eine steile Schieflage entstanden. Deshalb wird es höchste Zeit, dass die bildungspolitische Debatte wieder vom Kopf auf die Füße gestellt wird. Die Wachstumsbremse der Zukunft wird die Überakademisierung sein, weil sie einher geht mit einem gigantischen Fachkräftemangel, der entgegen allen Euphorien vom Herbst 2015 mit Migranten nicht im entferntesten gedeckt werden kann. Damit aber gefährden wir den Mittelstand und in der Folge das Rückgrat unserer Volkswirtschaft.

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Auch wenn man kein Freund von vorwiegend ökonomischen Betrachtungen der Bildungspolitik ist: Es wird Zeit, dass wir über die Opportunitätskosten einer Überbewertung von Gymnasium/Studium und einer Vernachlässigung der beruflichen Bildung nachdenken, also darüber, was es uns kostet oder was uns entgeht, wenn wir die berufliche Bildung weiter so vernachlässigen wie zuletzt. Denn: Berufliche Bildung ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, ja ein entscheidender Standortvorteil. Wichtiger als manch quasi- oder pseudo-akademischer Beruf! Es stimmt auch nicht, dass man mit einem Hochschulabschluss finanziell immer besser dasteht. Zumindest passt es nicht mit einigen volkswirtschaftlichen Daten zusammen: So ist im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts das Realeinkommen gesunken, obwohl die Akademikerquote gestiegen ist.

Die immer wieder ins Feld geführten ausländischen Quoten an Studierberechtigten sind international nicht vergleichbar. Vielmehr sollte zu denken geben, dass Länder mit höchsten Studierquoten teilweise zugleich die höchsten Quoten arbeitsloser Jugendlicher haben. Siehe Griechenland oder Spanien!

Die Akademiker-Quoten sind auch aus anderen Gründen international nicht vergleichbar: In Finnland und in den USA etwa gelten auch Krankenschwestern und Kindergartenerzieherinnen als „Akademikerinnen“. Dabei wären viele Länder – nicht nur der zweiten und dritten Welt – froh, über Vergleichbares wie berufliche Bildung „made in Germany“ zu verfügen. Dementsprechend reisen seit Jahren Amerikaner, Japaner, Chinesen und andere durch die berufsbildenden Schulen und Ausbildungsstätten zwischen Flensburg und Garmisch.

Interessant ist zudem: Dort wo man in Europa die niedrigsten Studentenquoten hat, hat man zugleich die besten Wirtschaftsdaten: nämlich in Österreich, in der Schweiz und in Bayern. Außerdem sollte man berücksichtigen: Die Steigerung der Quote der Studierberechtigten binnen 40 Jahren von sechs auf über 40 Prozent hat die deutsche Wirtschaft keineswegs auf das Siebenfache verbessert.

Eine „Verhochschulung“ unserer Gesellschaft wird der Forderung nach Höherqualifizierung jedenfalls nicht gerecht. Auch in Zukunft sollten zwei Drittel der jungen Menschen über die berufliche Bildung den Einstieg in einen Beruf finden können. Diese Jugendlichen dürfen nicht als Außenseiter betrachtet und bildungspolitisch vernachlässigt werden.

Gemessen an diesen Fakten, steht die Bildungspolitik in Deutschland Kopf – ja sie ist auf Verkopfung fixiert. Georg Picht feiert offenbar eine Wiedergeburt mit seinem 1963 ausgesprochenen Diktum: „Wir brauchen mehr Abiturienten, auch wenn wir sie nicht brauchen.“ Am Ende jedenfalls mustert ein Meister des Heizungsbaus in einem kalten Wintermonat mit massenhaften Heizungsproblemen einen – womöglich mit einem Genderthema promovierten oder gar habilitierten – Soziologen doch eher mitleidig von der Seite. Jedenfalls können unsere NGOs samt Sozialindustrie gar nicht so viele Sozialwissenschaftler beschäftigen, wie sie von den Hochschulen produziert werden. Hier gilt wohl, was Helmut Schelsky 1975 in seiner Kritik an der damals schon entstandenen Akademisierungseuphorie unter dem Buchtitel zusammenfasste: „Die Arbeit tun die anderen“. Oder andersrum: Wenn Maurer, Maler, Heizungsmonteure, KfZ-Mechatroniker, Müllmänner usw. längere Zeit streiken, dann hat das gravierendere Auswirkungen auf das Alltagsleben, als wenn Zigtausende Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaftler die Arbeit niederlegen.

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/akademisierung-provoziert-gigantischen-fachkraeftemangel/



Kevin Kraus

18.04.2017 05:01   Veranstaltungen   >   Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Horst Haider Munske zum Reformjubiläum

Irgendwie ist uns eine wichtige Stimme zur Rechtschreib„reform“ entgangen, weil wir die Frankfurter Allgemeine seit ihrem Kotau vor zehn Jahren nicht mehr lesen. Deshalb sei hier der Text nachgetragen, gestohlen von Sprachforschung.org, die uns das hoffentlich nicht nachtragen:

16.06.2016

Horst Haider Munske
Katzenjammer
Die Rechtschreibreform wird 20 Jahre alt


Lohnt sich überhaupt noch eine Beschäftigung mit der Rechtschreibung und der Rechtschreibreform? Zwanzig Jahre nach ihrer amtlichen Einführung sagt mancher: „Das ist gegessen, wir haben die Regeln auf dem Laptop. Und wenn ich mal etwas kritzeln muss, dann ist mir die Schreibung egal. Hauptsache, alles wird verstanden.“ Am Ende ist nur eines geblieben: die Unterschrift. Und seinen Namen kann jeder schreiben.

Völlig verkehrt, antwortet der Freund deutscher Sprache. Geht es denn bloß ums Schreiben? Sind wir nicht in erster Linie Leser des Deutschen und außer uns noch viele Millionen in der ganzen Welt? Ihnen allen bietet das gedruckte Deutsch der Gegenwart ein lächerliches Chaos. Dies hat seinen Ursprung in den zahlreichen Entstellungen, welche die amtlich verordneten Schreibregeln der deutschen Sprache bescherten. Es war eine Überrumpelungsaktion, die einen Sturm der Entrüstung bei Autoren und Verlegern, Journalisten, Lehrern, Wissenschaftlern und bei unzähligen Lesern entfachte. Das führte nach mehrjährigen Debatten schließlich zu einigen erheblichen Korrekturen. Aber statt zu sagen: „April, April, tut uns leid, wir haben uns geirrt“, wurde von unseren Kultusministern nur eine halbe Reform der Reform auf den Weg gebracht. Die alten kritisierten Schreibungen sollten weiterhin gelten, die neuen als Varianten akzeptiert werden. „Variantensalat“, kommentierte damals die F.A.Z. So wurde – um nur ein Beispiel für über 400 Wörter zu nennen – die Schreibung schwerbehindert (längst fester Terminus der Sozialgesetzgebung) wieder zugelassen, aber die Reformschreibung (schwer behindert) trotzdem erlaubt. Dies war der zweite Sündenfall der Rechtschreibreform: die Fehler zu bemerken, aber nicht endgültig zu beseitigen.

Kurz nach der Reform wurden viele hunderttausend Schul- und Jugendbücher weggeworfen, um Neuauflagen Platz zu machen. Diese allerdings sind längst nicht mehr maßgebend für die zulässigen Schreibungen. Das Gleiche gilt auch für viele neue Wörterbücher. Innerhalb von zwei Jahrzehnten produzierten viele Verlage ihre Bücher nach wechselndem Reformstand. Die Einheit der Rechtschreibung, die fast 100 Jahre gegolten hatte, schien zerbrochen. Jetzt begannen die großen Zeitungen, sich eigene Hausorthographien zuzulegen, einige Autoren zogen die Notbremse und blieben bei den alten Duden-Regeln von 1991. Die Verlage schwanken zwischen Anpassung und Verweigerung.

Die Hauptleidtragenden aber sind die Schulen. Hier herrschen Frust und Katzenjammer. Der Kenntnisstand zur Rechtschreibung bei den meisten Schülern ist tief gefallen, die Fehlerquote gestiegen. Katastrophal ist der Umgang mit dem Komma, einst ein Markenzeichen differenzierter Schreibkultur. Richtiges Schreiben hat überhaupt seinen traditionellen Wert eingebüßt.

Das kann man tragisch nennen. Denn diese Reform hatte sich zum Ziel gesetzt, das Erlernen und Lehren der deutschen Rechtschreibung zu erleichtern. Mit sozialromantischer Energie war dies den Kultusministern der deutschsprachigen Länder vor 30 Jahren nahegelegt worden. Diesmal endlich sollte es gelingen, auf wissenschaftlicher Grundlage und mit politischem Management. Schauen wir einen Moment hinter die Kulissen dieser Reform! In den vier deutschsprachigen Ländern wurden Ende der achtziger Jahre Fachkommissionen eingesetzt, die den Auftrag erhielten, einen gemeinsamen Reformvorschlag vorzulegen. Außerdem setzten die Kultusminister der deutschen Länder aus Beamten ihrer Schulausschüsse eine eigene Kommission zusammen. Ihr kam eine zentrale Rolle in der Vorbereitung und Umsetzung der Reform zu. Ihre Macht wurde sichtbar, als sie kurzerhand die Einführung der Kleinschreibung verwarf, welche die vier Kommissionen einmütig vorgeschlagen hatten. Auch der Versuch, die Vokalschreibung zu vereinfachen, wurde abgewiesen. Diese Kommission blieb immer als das steuernde Werkzeug der Kultusministerkonferenz der Länder im Hintergrund. Sie entzog sich damit auch jeglicher öffentlicher Auseinandersetzung.

Doch warum müssen wir uns noch immer mit dieser Reformruine herumärgern? Alles begann mit der Zusammensetzung der Fachkommissionen. In ihr wurden, bei uns durch das Mannheimer Institut für deutsche Sprache, nur reformfreudige Sprachwissenschaftler und Didaktiker aufgenommen. Die Vereinfachung der Rechtschreibung war das gemeinsame Konzept. Damit wurden von vornherein reformkritische Fachkollegen ausgeschlossen. Eine Debatte über den Sinn oder Unsinn dieses Unterfangens fand nie statt, es ging nur um das Wie. Von der Vorbereitung einer Reform war damit auch die ganze schreibende Zunft, Journalisten, Autoren, Verleger, Wissenschaftler, ausgeschlossen. Selbst von den Lehrern, welche das Schreiben des Deutschen auf allen Schulstufen unterrichten, war keiner dabei. Diesen Punkt kann man mit einem Wort von Goethe kommentieren: „Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zurande.“

Mit dieser Vorentscheidung war auch eines vorgegeben: die einseitige Ausrichtung auf Bedürfnisse von Schülern, die das Schreiben lernen. Das ist eine Fehleinschätzung von Orthographie. Als sei sie irgendein Kleid, das man ausziehen und zur Änderung geben kann. Tatsächlich ist die Rechtschreibung auch ein Symbol der Sprache selbst. Die Auseinandersetzung um richtig oder falsch entzündet sich am geschriebenen Wort. Willkürliche Eingriffe in die Tradition des Schreibens werden als Sakrileg empfunden. Das empfinden stets jene als Erste, denen das Schreiben ein Beruf ist. Es war im Grunde eine Dreistigkeit, sie bei der Vorbereitung einer Rechtschreibreform zu ignorieren. Oder ahnte man, dass mit ihnen jede Reform schwer wird?

Die Kommission der Kultusministerkonferenz (KMK) hat versucht, dieses Manko nachträglich zu lindern: durch eine öffentliche Anhörung im Jahre 1993, durch die Einrichtung eines Beirats und später des „Rats für deutsche Rechtschreibung“, in welchen zahlreiche Verbände einen Delegierten schicken durften. Auch diese Gremien durften nur beraten, sie litten unter der Zufälligkeit ihrer Zusammensetzung sowie dem Mangel an sprachwissenschaftlichem Sachverstand. Zum Pferdefuß wurde nun, dass Empfehlungen des Rats von der KMK nur als Varianten zugelassen wurden. Der Grundfehler war nicht mehr korrigierbar. Heute sind alle klüger, selbst der Vorsitzende des Rechtschreibrates, der ehemalige bayerische Kultusminister, hat sich mehrfach von der Reform distanziert. „Das sollte nie wieder vorkommen. Die Lektion haben alle gelernt.“ (SPIEGEL online, 29. Juli 2015). Bleibt die Frage: Wie kommt man aus dem Dilemma wieder heraus? Hier die Einsicht – dort der Scherbenhaufen.

Vielleicht kann dabei eines weiterhelfen: Nie wurde über die Rechtschreibung so viel geforscht wie in Zeiten der Reform. Sowohl von ihren Befürwortern wie von ihren Gegnern. Wir wissen heute sehr viel mehr über ihre Regeln. Sie sind so kompliziert wie die Sprache selbst, die sie abbilden. Ganz holzschnittartig lässt sich Folgendes feststellen: Ein Bereich, der seit Jahrhunderten diskutiert wird, ließe sich durchaus systematisch verbessern: Die sogenannte Laut-Buchstaben-Zuordnung, insbesondere die Schreibung von Lang- und Kurzvokalen (Dehnungs-h, Doppelvokal, Doppelkonsonant). Nur: an diesem Vorhaben sind schon zahlreiche frühere Reformen gescheitert. Es führt zu einer drastischen Veränderung des Schriftbildes. Hier stößt der Reformwunsch an die Mauer des Bewusstseins, dass unsere Rechtschreibung historisch geprägt und der Dauer verpflichtet ist.

Ganz anders ist die Lage bei den beiden großen Problembereichen der jüngsten Reform: groß oder klein, getrennt oder zusammen. Sie sind das eigentliche Kernstück unserer Rechtschreibung. Die Großschreibung der Substantive hat sich als ein wirkungsvolles Instrument bewährt, das Lesen des Deutschen zu erleichtern. Das beteuern immer wieder viele Deutschlerner im Ausland. Das Besondere beider Regelbereiche ist ihre Flexibilität. Durch Substantivierung (das Wandern, das Hoch, das Für und Wider) versetzten wir Verben, Adjektive, Präpositionen in eine substantivische Rolle und schreiben sie groß. Umgekehrt können Substantive verblassen, wie dies schon die allerersten Dudenregeln beschrieben (mir ist angst, er geht pleite), und verlieren ihre Großschreibung. Die Rechtschreibung folgt hier dem Sprachgebrauch. Ähnliches gilt für die zahlreichen Zusammenschreibungen wie richtigstellen, spazierengehen, wohlverdient, halbvoll usw. Der Prozess der sogenannten Univerbierung, also der Einswerdung von zwei Wörtern, vollzieht sich wortweise, ohne Systematik. Darum kann es dafür keine systematischen Regeln geben, sie verhindern geradezu die sensible Anpassung der Schreibung an den Sprachgebrauch. Hier helfen keine Regeln, nur aktualisierte Rechtschreibwörterbücher, die den Sprachwandel wortweise dokumentieren.

Vor zehn Jahren taten sich Buch- und Zeitungsverleger, Autoren, Wissenschaftler und Lehrer in der Schweiz zusammen, „um die Einheitlichkeit und Sprachrichtigkeit der Rechtschreibung in Presse und Literatur der Schweiz wiederherzustellen“. Sie gründeten die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK), die sich seitdem um Vermittlung im Rechtschreibstreit bemüht. Die jüngsten Empfehlungen (www.sok.ch) wollen die Variantenvielfalt zugunsten der traditionellen Schreibung beseitigen. Das ist praktizierte Demokratie, von der auch die KMK lernen kann.

Der Autor ist emeritierter Professor für Germanische, Deutsche Sprachwissenschaft und Mundartkunde in Erlangen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
Link: http://www.fds-sprachforschung.de/index.php?show=news&id=750

Zum Geßlerhut der „Reform“, dem Heyse-ss-System, schweigt sich Munske aus. Er weiß natürlich, daß ohne diesen Eingriff das Machwerk zusammengebrochen wäre, aber eine Restitution an den interessierten Kreisen und an der Masse der Umerzogenen scheitern könnte. Er selbst hat sein Büchlein „Lob der Rechtschreibung“ (Beck 2005) in der bewährten Rechtschreibung erscheinen lassen.

Sigmar Salzburg

17.04.2017 12:23   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Frankfurter Allgemeine Zeitung, F.A.Z., FAZ, faz.de, faz.net, faznet.de und die Rechtschreibung   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln




Hamed Abdel-Samad 16. April 20.14

Nur 36% der Deutschtürken sind gegen das Ermächtigungsgesetz von Erdogan. Wenn man weiß dass 25% der hier lebenden Türken eigentlich Kurden/Aleviten sind, die so ein Gesetz aus existentiellen Gründen ablehnen und weitere christliche Assyrer und Aramäer, die auch gegen diese Verfassungsänderung sind, dann liegt die Zustimmungsquote für die Einführung der Diktatur bei den muslimischen nichtkurdischen Türken schon bei über 90%. Also sind die Türken in Deutschland gar nicht gespalten, was Erdogan angeht wie es in der Türkei der Fall ist, sondern stehen geschlossen hinter dem Islamismus, dem Chauvinismus und der Todesstrafe.

Kein Mensch kann mir danach erzählen, dass die Integration nicht gescheitert ist. Propaganda für das "Ja" in Deutschland haben nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken gemacht, sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen. Es waren jene grinsende Kopftuch-Muslimas, die uns verkaufen wollen, dass das Kopftuch ein Zeichen ihrer Emanzipation sei. [*]

Also, diese trojanischen Pferde des Islamismus sind Feinde der Demokratie und der Emanzipation und sollten in Deutschland als solche behandelt werden! Sie können machen mit der Türkei was sie wollen, aber wir werden nicht zulassen, dass diese Geisteshaltung sich im Namen der Toleranz in Deutschland etabliert und sogar staatlich gefördert wird. Politiker, die dies dennoch weiterhin tun werden, gehören abgewählt!

[Fett durch Redaktion]


Sigmar Salzburg

17.04.2017 10:26   Demokratiefrage   >   Demokratie?   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln